28.09.2013 | OTZ

Jana Borath über ihre Woche

Besonderes im Kleinen

Jana Borath über Mut, Wunder und Zuversicht

Außer der CDU hatte am Montag eigentlich keine Partei Grund zum Jubeln. Schon gar nicht die FDP, die auch im Altenburger Land ganz nach unten durchgereicht worden ist in der Wählergunst. Direktkandidat Daniel Scheidel schaffte keine zwei Prozent im Wahlkreis 195. Das ist bitter. Aber es ist schön, dass es Liberale im Altenburger Land gibt, für die eine solche Klatsche nicht das Ende der Welt bedeutet. Weil sie nicht abhängig sind von großer Parteienpolitik, sondern vor Ort mit Taten glänzen. Wie in Göllnitz. FDP-Bürgermeister Hans-Jürgen Heitsch ficht die Bundestagswahl kaum an. Bei Bürgermeisterwahlen erreicht er regelmäßig zwischen 98 und 100 Prozent. Und auch am letzten Sonntag hielt er die Farben der Liberalen hoch. In Göllnitz gaben elf Prozent der Wähler ihre Stimmen den Liberalen. Schaut man sich um vor Ort, weiß man auch, warum: gut 150 Arbeitsplätze gibt es, Betriebe auf dem Gewerbegebiet, Investitionen der öffentlichen Hand in die unmittelbare Region, es gibt Eigenversorgung mit Wasser und Nahwärme und eigene Abwasserentsorgung. Tja, auch so kann Unabhängigkeit durch liberale Führung aussehen.

Generell beweisen die Menschen vom Land in diesen Tagen, was alles möglich ist, wenn man, erstens, nur fest daran glaubt und zweitens, auch etwas dafür tut. Stichwort Kirchgemeinde Dobraschütz. Die ist, wie das Dörfchen selbst, wirklich nicht sehr groß. Dafür aber ganz schön stark. In nur zwei Jahren trug sie so viele Spenden zusammen, dass ihr kleines und sehr außergewöhnliches Kirchenhaus innen vollständig saniert werden konnte. Für immerhin 100 000 Euro erstrahlt es jetzt in einmaligem Glanz. Und dafür gab die Kirchgemeinde ganz viel Kraft. Und bekommt ihr Engagement jetzt mehrfach vergolten. Mit dem Denkmalpflegepreis des Altenburger Landes als Anerkennung und mit der Sanierung ihrer Ladegast-Orgel, die ihnen ein Unternehmer aus Altenburg und ein Orgelbauer aus Heidelberg einfach so spendieren. Und vor allem mit dem außergewöhnlich schönen Gefühl der Gemeinschaft. All das sind keine Wunder, sondern kann wirklich geschehen, wenn Menschen zusammenhalten, sich kümmern und ab und zu über den eigenen Tellerrand schauen. Und das sollte Mut machen für alles, was in der Zukunft noch wartet.

Jana Borath