10.10.2013 | OVZ

Thüringen

FDP will über Wahldebakel reden

Erfurt. An der Basis der Thüringer FDP rumort es: In einem offenen Brief an den Landesvorsitzenden Uwe Barth fordern die Mitglieder des Ilm-Kreisverbandes eine Generalaussprache. Die geplante Delegiertenversammlung am 23. November solle verschoben und stattdessen eine landesweite offene Mitgliederversammlung stattfinden, heißt es darin. Der Schock über das desaströse Wahlergebnis bei der Bundestagswahl sitzt auch bei den Thüringer Liberalen noch tief.

“In dieser für unsere Partei existenzbedrohenden Situation, halten wir es für dringend erforderlich, die Mitglieder an der Basis zu informieren, zu motivieren und vor allem die Frage zu beantworten: Warum braucht Deutschland eine liberale Partei?”, schreibt der Kreisverbandsvorsitzende Martin Mölders. Er fordert eine schonungslose Aufarbeitung der Fehlentwicklungen. Auch der FDP-Kreisverband Altenburger Land hat sich dem Antrag angeschlossen.

Parteichef Uwe Barth ist gegen eine Verschiebung der Delegiertenversammlung, auf der die Kandidaten für die Europawahl und die Landtagswahl 2014 bestimmt werden sollen. “Das Ansinnen ist ja richtig, dass wir über diese Frage reden. Aber ich halte es auch für wichtig, dass wir Handlungsfähigkeit demonstrieren”, sagte Barth dieser Zeitung. Da die FDP nun aus dem Bundestag geflogen sei, komme der im Thüringer Landtag verbliebene FDP-Fraktion eine besondere Verantwortung zu. “Für Selbstbeschäftigung wird keiner gewählt”, so Barth. Er sei jedoch dafür, auf der Versammlung im November zusätzlich eine längere Aussprache zu führen.

Robert Büssow