16.10.2013 | OTZ

Straßenbau in Kleinstechau nach sechs Jahren fertig

Seit 2007 hatte die Gemeinde Löbichau immer wieder Fördermittel beantragt. 2011 gabs die Zusage. 2013 wurde endlich gebaut – gleich im großen Stil mit Anschluss an die Kläranlage. Ein funktionierendes Gemeinschaftprojekt.

Kleinstechau. Für den kurzen Moment hatte der Himmel ein Einsehen. Das Band konnte im Trockenen durchschnitten werden. Dann goss es wieder auf die neue Straße in Kleinstechau.

Für den 170 Meter langen Abschnitt hatte die Gemeinde Löbichau seit 2007 jedes Jahr aufs Neue Fördermittel beantragt. 2011 sei endlich der Bescheid gekommen, sagte Bürgermeister Rolf Hermann (FDP) gestern bei der offiziellen Freigabe.

Das Amt für Landentwicklung und Flurneuordnung (ALF) ließ 65000 Euro aus dem Dorferneuerungstopf fließen. 95000 Euro legte die Gemeinde drauf für grundhaften Ausbau, Entwässerung und Beleuchtung. Inzwischen sind die Kosten auf 160000 Euro gewachsen, was an der Preissteigerung um 25 Prozent in den vergangenen Jahren liege, so Hermann.

Dass das Bauvorhaben von 2011 bis 2013 brauchte, sei letztlich dem Spagat geschuldet zwischen einmaliger Chance zu bauen – die Gelder mussten bis 30. Oktober abgerufen sein – und Haushaltssituation. Besonders wenn andere Partner dabei sind, muss auch deren Planung stimmen. Während Löbichau schon im letzten Jahr bauen wollte, konnten die Gemeindewerke Oberes Sprottental dies noch nicht absichern. Großprojekte in Nöbdenitz und der Lohma-Anschluss standen an, sagte Hermann. Also hieß es warten bis zum Baustart Ende Juni.

Inzwischen wollte die Gemeinde auch den Kanal zum Abtransport des Regenwassers gleich mit erneuern. Der alte Kanal sei nicht zu erhalten gewesen, sagte Hermann. Nun liegt ein Rohr von 40 Zentimetern Durchmesser, das das ankommende Oberflächenwasser am Rand des Dorfes gut auffangen und ableiten kann.

Der Bau in Kleinstechau sei ein funktionierendes Gemeinschaftsprojekt, betonte der Bürgermeister. Verwaltungsgemeinschaft und Gemeindewerke investierten rund 110000 Euro in den Bau einer 280 Meter langen Schmutzwasserleitung bis zum Anschluss in der Kreisstraße. Von dort wird das Abwasser in die Pumpstation und zur Kläranlage in Untschen befördert.

Neue Hausanschlüsse kamen dazu. Für die sieben Anlieger bedeutet das eine direkte Anbindung an die Kläranlage. Probleme wegen vielleicht vorhandener eigener vollbiologischer Anlagen habe es nicht gegeben. Jedenfalls weiß der Bürgermeister nichts davon und auch Hanno Tettenborn von den Gemeindewerken kennt solche Sorgen in Kleinstechau nicht. Jetzt allerdings gehen erst die Briefe an die Anwohner raus, dann könnten sie umbinden, so Tettenborn.

Wie schwierig der Bau gewesen sei, könne man jetzt gar nicht mehr sehen, berichtete Uwe Schneider vom IWS-Ingenieurbüro Gera. Eine zehn Meter dicke Kiesschicht habe den Bauleuten zu schaffen gemacht. Wie ein Bachlauf, der unterirdisch von Ronneburg kommend fließt, verglich Schneider die Situation. Man habe einen Meter unter der Oberkante der Straße ständig im Wasser gestanden.

Nun wäre alles bereit für den Anschluss weiterer Dorfteile an den Sammler für die Kläranlage. Doch dazu müsste die Kreisstraße saniert werden, sagte Manuela Barth, Chefin der Verwaltungsgemeinschaft Oberes Sprottental. Wann dies geschehen wird? Auf diese Frage allerdings gab es nur Achselzucken – und Hoffnung.

Petra Lowe

Die Hoffnung stirbt zuletzt

Petra Lowe kommentiert geschaffene Realität und Ungewissheit

Da mag mancher wehklagen, dass eine kleine Straße wie die in Kleinstechau – noch dazu mit Sackgassenschild – so eine Menge Geld kostet. Sich die Sanierung einer 170 Meter langen Straße zu gönnen, ist nicht billig. Und ohne Fördermittel wäre es nie gegangen, sagt Löbichaus Bürgermeister.

Nun hat er Ruhe an einer Stelle der Gemeinde. Das Wasser vom angrenzenden Feld und unterhalb der Straße wird in die richtigen Bahnen gelenkt. Die sieben Anwohner können sich freuen, dass es vor der Tür ordentlich aussieht. Und offenbar ist der Zwang zum Anschluss an die Kläranlage anders als vor einem Jahr in Selka – schmerzlos gewesen.

Manchen allerdings wird die Frage umtreiben, warum ein solches Nebenstück der Großstechauer Straße grundhaft saniert wird und der quer durchs Dorf führende Abschnitt als Flickenteppich bleibt. Die Zuständigkeiten sinds, die dem Wunsch nach Verbesserung hier Einhalt gebieten. Kleinstechau steht in der Prioritätenliste der 210 Kilometer Kreisstraßen ganz bestimmt nicht oben. Und Lösungen wie ein jährliches Sanierungsbudget für Kreisstraßen oder die Absenkung der Standards, um wenigstens für ein paar Jahre Ruhe zu schaffen, sind bislang nur halbherzig diskutiert worden.

Heute wird der Haushaltsentwurf im Kreistag eingebracht. Da darf man gespannt sein, wie viele Mittel für das Ende des Huckelpisten-Reiches zur Verfügung stehen sollen. Die Hoffnung jedenfalls stirbt zuletzt.

Petra Lowe