03.12.2013 | OTZ

Altenburger Schulnetzplan-Prognosen kaum möglich

Heute berät der Kreistag über die Schulnetzplanung 2014 bis 2019

Ponitz/Nöbdenitz. Prognosen, wie die heutige Abstimmung über die Schulnetzplanung 2014 bis 2019 ausgeht im Kreistag, mag Uwe Melzer (CDU) nicht abgeben. “Alles ist offen”, sagt der Chef des Ausschusses für Schule, Kultur und Sport, der sich in den vergangenen gut 18 Monaten mit diesem Thema befasst hat und sich am letzten Montag im November einig war: Der Entwurf der Landrätin fand die mehrheitliche Zustimmung der Ausschussmitglieder.

Wenngleich noch einige Änderungen Berücksichtigung finden müssen. So reicht die FDP-Fraktion noch einen Vorschlag für das Gebiet der Verwaltungsgemeinschaft (VG) “Obere Sprottental” ein. Dort existieren die Grundschulen Thonhausen und Großstechau sowie die Regelschule in Nöbdenitz. Zur Debatte steht dort nun ein Variantenvergleich bis 2016 mit dem Ziel, eine Gemeinschaftsschule in dem VG-Gebiet zu gründen.

Die Befristungen für die Grundschulen Thonhausen und Großstechau sollen aus der jetzigen Schulnetzplanungen herausgenommen werden, um spätestens im Februar 2017 diese Schulorganisation im VG-Gebiet insgesamt neu bescheiden zu können. “Ich bin kein Freund des Gemeinschaftsschulkonzeptes. Doch wenn sich eine Region einig darin ist, dann ist das gut”, so Melzer, der den FDP-Vorschlag als guten Kompromiss bezeichnet. Unterdessen hat die Regelschule Nöbdenitz sich mit einer Petition – unterzeichnet von rund 850 Unterstützern – an den Kreistag gewandt. In dem Schreiben empfiehlt sich die Bildungseinrichtung erneut als Standort für die Gemeinschaftsschule und kann bereits ein fertiges Konzept anbieten. Eines, dass bereits vor einem Jahr dem Kreis vorgelegt wurde. “Jetzt hätten wir gerne mal eine Antwort”, so Schulleiterin Sylke Kühne.

Weniger optimistisch blickt Uwe Melzer in die Zukunft der Grundschule Ponitz. “Keine Frage, ich bin für den Erhalt kleiner Landschulen. Allerdings spielt für den Landkreis die Finanzierbarkeit eine Rolle.” Und da, so fügt der CDU-Politiker hinzu, müsse man ehrlich miteinander umgehen in der Debatte um Ponitz. Der einzige Kompromiss, zu dem der Ausschuss als vorberatendes Gremium bereit war, ist die Tatsache, dass die gesamte Ponitzer Grundschule gemeinsam nach Gößnitz wechselt zum Schuljahr 2016/2017.

Für den Kreis sei die Aufgabe des Schulstandortes Ponitz effektiv. Personal- und Betriebskosten von jährlich rund 117.000 Euro für Ponitz entfielen dann für den Kreis, der auch gleich die Grundstücke auf dem Ponitzer Pfarrberg 4 los werden würde. Die nämlich gingen zwingend an die Gemeinde. Auch der Schulbusverkehr müsse für die Grundschüler nicht neu geplant werden, da bereits die Regelschüler aus Grünberg, Guteborn, Heyersdorf, Merlach, Ponitz und Zschöpel in Gößnitz zur Schule gehen würden.

Dass die Grundschule Gößnitz bereits ab dem kommenden Jahr aus allen Nähten platzt und mit den Ponitzer Grundschülern dann erst recht, lässt Melzer als Gegenargument nicht gelten.

Mit dem Wechsel nach Gößnitz würde die Schule zwei Klassenräume mehr benötigen. “Und die haben sie.” Allerdings nur, wenn sie ihr Musikzimmer und ihren Zeichenraum dafür aufgibt. “Wenn man etwas wirklich will, dann geht das auch”, ist Melzer überzeugt. Allerdings rechnet er heute noch mit einem Änderungsantrag zum Thema Grundschule Ponitz. Unter anderem sollen die prognostizierten Schülerzahlen für die kleine Schule geprüft werden. Ein Ansinnen, das den Ausschuss-Chef verärgert. Denn immerhin befasse sich das Gremium seit anderthalb Jahren gerade mit dieser Schule. Gastschüler aus Meerane, auf die der Antrag nach Melzers Auffassung abzielt, gibt es kaum. “Ein einziges Kind aus Meerane geht in Ponitz zur Schule.” Er rechnet nicht damit, dass sich daran viel ändert in den kommenden Jahren.

Jana Borath