24.02.2014 | OVZ

… und fröhlich dreht sich das Personalkarussell

Bei den Wahlen zum Altenburger Stadtrat bahnen sich einige spektakuläre Wechsel an / CDU saugt “Abtrünnige” auf

Altenburg. Als erste haben die Christdemokraten der Skatstadt ihr Wahlprogramm präsentiert (OVZ berichtete). Sie werden auch die ersten sein, die am Mittwoch ihre Kandidaten nominieren. Der Wahlkampf zum neuen Altenburger Stadtrat nimmt also langsam, aber sicher Fahrt auf. Und offenbar dreht sich das Personalkarussell im Vorfeld recht heftig. Manch einer hat dabei gleich ganz umgesattelt.

Prominentester Wechsel dürfte wohl der von Andrea Rücker sein. Die stadtbekannte Tierschützerin sitzt derzeit für die Sozialdemokraten im Stadtrat, wird aber OVZ-Informationen zufolge nun für die CDU kandidieren. Es wäre für Andrea Rücker bereits der zweite Wechsel. Denn in den Stadtrat gewählt wurde sie vor fünf Jahren auf der Liste der Freien Demokraten. Doch schon ein Jahr später kam das Zerwürfnis. Andrea Rücker verließ gemeinsam mit Wolfgang Krause die Fraktion der Liberalen und ging zur SPD. Parteimitglied war sie in beiden Fällen nicht, was den Gang zu den Christdemokraten wohl umso einfacher macht. Der Skatstädterin jetzt vorzuwerfen, sie wechsele die Parteien wie die Unterhemden, würde ihr Unrecht tun. Denn für die aktuelle Entscheidung dürfte es einen ziemlich menschlichen Grund geben. Rücker sitzt mit Sibylle Börngen, ihrer Nachfolgerin auf dem Chefsessel des Tierschutzvereins, in einer Fraktion. Dass die beiden Frauen – vorsichtig ausgedrückt – überhaupt nicht miteinander können, ist kein Geheimnis.

Wechseln zur CDU will auch Johannes Frackowiak, zurzeit auf FDP-Mandat im Stadtrat. Doch Anfang diesen Jahres ist der 45-Jährige aus der Partei ausgetreten, für die er 2009 sogar in den Bundestag einziehen wollte. Der Aufforderung von Parteichef Daniel Scheidel, nach dem Parteiaustritt konsequenterweise auch sein Mandat niederzulegen, ist Frackowiak nicht gefolgt. Offenbar aus gutem Grund.

Es scheint fast so, als ob die CDU wie ein Staubsauger alle “Abtrünnigen” aufsaugt. So wird gemunkelt, dass auch ein Stadtrat von Pro Altenburg dazugehört. Doch bis jetzt ist es beim Munkeln geblieben.

Neu gewonnen haben die Christdemokraten dem Vernehmen nach mit Henrik Pradel ein prominentes Mitglied des Stadtforums. Dass noch andere seiner Mitglieder auf anderen Listen antreten, ist bislang nicht bestätigt.

Sicher ist nach Informationen unserer Zeitung hingegen, dass Rechtsanwalt Alexander Büring nach einer längeren Pause ein politisches Comeback – natürlich nur in seiner Freizeit – anstrebt und wieder für die CDU im Stadtrat kandidiert.

Einen Rückkehrer auf die politische Bühne scheint auch die SPD zu haben – mit dem Vorsitzenden des Kleingartenverbandes Wolfgang Preuß. Er saß für die Sozialdemokraten schon einmal von 2004 bis 2009 im Stadtrat und hatte sich bei der Wahl als absolutes Zugpferd erwiesen. Er vereinte so viele Wählerstimmen auf sich, dass er von Listenplatz 16 auf Platz fünf kletterte. Vor fünf Jahren war er krankheitsbedingt nicht angetreten.

Prominente Namen auf ihren Kandidatenlisten zu haben, strebt jede Partei oder Gruppierung an. Ob es den Piraten gelingen wird, bleibt abzuwarten. Antreten wollen sie zur Wahl auf jeden Fall. Und auch die FDP will es wieder wagen, obwohl sie derzeit mit Detlef Zschiegner nur noch einen Abgeordneten im Stadtrat hat, der auch zu ihr hält. Man darf also noch auf die eine oder andere Überraschung gespannt sein.

Ellen Paul