26.02.2014 | OVZ

Thüringer Landtag

Linke fordert Verbot von Stromsperren in Privathaushalten

Erfurt. In ungewöhnlicher Eintracht warnen FDP und Linkspartei in Thüringen vor immer mehr Stromsperren gegen Privathaushalte und Firmen wegen unbezahlter Rechnungen. “Stagnierende Reallöhne, mangelhafte Anpassungen der Kosten für Unterkunft und Heizung sowie der Hartz-IV-Regelsätze führen zu einer massiven Verschärfung der sozialen Situation. Stromsperren sind längst kein gesellschaftliches Randphänomen mehr”, sagt Matthias Bärwolff, Landtagsabgeordneter der Linkspartei. Die Linke fordere Sozialtarife für finanzschwache Haushalte und ein Verbot von Energiesperren.

Der Thüringer Landtag beschäftigt sich heute auf FDP-Antrag mit dem Thema in einer aktuellen Stunde. “Die Strompreise in Thüringen gehören zu den höchsten in ganz Deutschland. Die Belastung der Privathaushalte – bundesweit gibt es knapp sechs Millionen Sperrandrohungen – und Unternehmen steigt an”, sagt FDP-Fraktionschef Uwe Barth. Bislang sei kein Konzept der Landesregierung gegen den Anstieg der Strompreise erkennbar.

Die Thüringer Energie, mit 420000 Stromkunden der größte Versorger im Freistaat, kann den Trend nicht bestätigen. “Die Zahl der Stromsperren bewegt sich seit Jahren stabil im Promillebereich”, sagte Sprecher Olaf Werner der OVZ. Vor einer Stromsperre werde der Kunde dreimal angemahnt. Kurz bevor der Strom abgeklemmt wird, zahlten die meisten ihre Schulden, so Werner. Deswegen gehe nur bei einem Bruchteil der Sperrandrohungen tatsächlich das Licht aus. Konkrete Zahlen könne er jedoch nicht nennen.

Robert Büssow