24.04.2014 | OVZ

Bei Wahlsieg: Thüringer Linke für Talsperren-Kauf

Erfurt. Mit ihrem jüngsten Plan zur Verstaatlichung der Thüringer Talsperren stößt die Linkspartei auf breite Ablehnung. Im Fall einer Regierungsübernahme möchte Bodo Ramelow, Spitzenkandidat für die Landtagswahl, die Stauseen an der Saale kaufen. “Die gesamte Saale-Kaskade gehört Vattenfall abgekauft und zum Zweckverband umgewandelt”, sagte Ramelow der Ostthüringer Zeitung. Der schwedische Energiekonzern betreibt an der Saale die Bleiloch- und die Hohenwarte-Talsperre als Energiespeicher. Ramelow erklärte, mit der Überführung in öffentliche Hand könne die Stromversorgung in der Region optimiert und die Saaleregion als “Premiumangebot im Tourismus” besser platziert werden.

Ramelow kämpft seit Jahren für die touristische Aufwertung des sogenannten Thüringer Meeres westlich der A9. Der Kauf sei angesichts des niedrigen Zinsniveaus für Kredite finanzierbar. Als Vorbild nannte er die Rekommunalisierung der Eon Thüringer Energie für eine knappe Milliarde Euro vor einem Jahr.

Vattenfall reagierte auf die Offerte skeptisch. “Die Idee, die Stauseen entlang der Saalekaskade in öffentliches Eigentum zu überführen, wird in regelmäßigen Abständen diskutiert. Vattenfall als Eigentümer und Betreiber dieser Anlagen wurde hierzu jedoch bislang noch von keiner Seite kontaktiert”, sagte ein Sprecher der LVZ.

Die FDP warnt vor einem Rückfall in alte Zeiten: “Das haben wir alles schon einmal erlebt. Es kann nicht unser Ansinnen sein, Schritt für Schritt zum Volkseigentum zurückzukehren”, kommentierte der FDP-Parlamentarier Heinz Untermann. Wenn sich der Staat in die Wirtschaft einmischt, komme es zum Stillstand. “Das Geschäftsmodell für Pumpspeicherkraftwerke ist auch an der Saale-Kaskade unsicher und die Bedeutung großer Wasserreservoirs zum Gelingen der Energiewende weiter ungeklärt”, sträubt sich Anja Siegesmund, Spitzenkandidatin der Grünen.

Robert Büssow