29.04.2014 | OVZ

Erster Schritt zu neuem City-Parkhaus

Altenburger Stadtrat gibt grünes Licht für die Aufstellung eines Bebauungsplans

Altenburg. Der erste Schritt für das vis-à-vis vom Marktareal geplante neue Parkhaus ist getan. Der Stadtrat hat auf seiner jüngsten Sitzung einstimmig dafür votiert, dass ein sogenannter vorhabenbezogener Bebauungsplan “Topfmarkt” aufgestellt werden kann. Vorhabenträger ist die Atlas Bau GmbH aus Weimar, die auch Projekte in den Gewerbegebieten Nordost Altenburg sowie am Fünfminutenweg in Windischleuba verwirklichen will (OVZ berichtete).

Auf dem Areal, das derzeit als öffentliche Parkfläche genutzt wird, will das Unternehmen einen Gebäudekomplex mit Einzelhandelsflächen im Erdgeschoss sowie drei Ebenen mit über 200 PKW-Stellplätzen errichten. Firmeninhaber Josef Saller hatte sich angesichts drohender gerichtlicher Auseinandersetzungen um seine Vorhaben in Windischleuba von Altenburgs Oberbürgermeister Michael Wolf (SPD) zu diesem innerstädtischen Projekt “überreden lassen”. Es stellt, so bekannte Wolf vor dem Stadtrat, sehr wohl einen Spagat zwischen städtebaulichen Ansprüchen und dem Bedürfnis nach ausreichend Parkplätzen dar. Saller selbst hat in der City ein riesiges Defizit ausgemacht. “Der Parksuchverkehr in Altenburg nervt.” Das vergraule auf Dauer die Kunden, die heutzutage unmittelbar an die Einkaufsmärkte heranfahren und für das Parken wenig oder nichts bezahlen wollen.

Stadtrat Detlef Zschiegner (FDP) trieb in der Debatte allerdings die Sorge um, die Stadt könne finanziell an diesem Vorhaben beteiligt sein. Denn: “Solche Parkierungsanlagen sind in den seltensten Fällen rentierlich und werden oft bezuschusst.” Michael Wolf räumte derlei Bedenken aber aus. “Jeder Investor muss eine Kalkulation machen. Ich gehe davon aus, dass dies hier geschehen ist.” Deshalb werde das Parken im neuen Objekt auch nicht gebührenfrei sein. Es gebe aber keinerlei Zugeständnisse, irgendeine Parkplatz-Verknappung vorzunehmen, um die Auslastung zu befördern. Allerdings würden natürlich alle derzeit auf dem Areal vorhandenen öffentlichen Stellplätze wegfallen, auch die für die Anwohner. “Dies war ja ohnehin nur eine vorübergehende Lösung”, so der OB.

Das größte Problem für sein Vorhaben am Topfmarkt sieht Josef Saller allerdings in den erforderlichen archäologischen Grabungen. So etwas könne bis zu einem Jahr dauern und zwischen 300.000 und 500.000 Euro kosten. “Ich sehe die Sinnhaftigkeit solcher Dinge nicht”, hatte er im Februar bei der Projektvorstellung im Stadtrat gesagt.

Ellen Paul