23.12.2014 | OTZ

Löbichau holt im nächsten Jahr erstmal Luft

Die Gemeinde Löbichau geht mit einem beschlossenen Haushalt ins nächste Jahr. Investieren will sie 2015 auch, allerdings in kleinerem Umfang. Große Bauvorhaben sind nicht vorgesehen.

Löbichau. Das nächste Jahr wird in der Gemeinde Löbichau eines zum Luftholen. “Wir wollen uns auf spätere Investitionen vorbereiten, für die dann möglicherweise Fördermittel bereitgestellt werden”, so Bürgermeister Rolf Hermann (FDP) im Gespräch mit OTZ-Schmöllner Nachrichten. Aber ganz ruhig wird es trotzdem nicht. Zumal die Gemeinde in ihrem jüngst verabschiedeten Haushaltsplan 265.136 Euro im Vermögensetat verankert hat. Davon soll das Vereinshaus in Beerwalde beispielsweise neue Beleuchtung bekommen. Die Kirche Großstechau kann sich über 5.000 Euro für den Außenputz freuen und die Kinder in der Gemeinde auf neue Spielgeräte auf den Spielplätzen in den Orten. Der Kindergarten “Frechdachs” in Großstechau bekommt zudem eine Toilettenanlage im Freien.

Das Bauprogramm in der Gemeinde fällt indes etwas kleiner aus als in den Vorjahren. 100 Meter Anliegerstraße werden Am Wiesenrain in Kleinstechau in Angriff genommen. Womit eine Gemeinschaftsaktion auf dem Programm steht. Denn mit dem Straßenbau kommen auch die Gemeindewerke ins Spiel, die für neue Wasser- und Abwasserkanäle sorgen. Die Gestaltung einer öffentlichen Fläche am Fleischerberg ist ebenfalls geplant. In Drosen soll indes neue Straßenbeleuchtung installiert werden. Für den Bauhof ist der Kauf neuer Technik geplant, und wenn es Fördermittel gibt, kann auch die Fassade des Jugend-, Kultur- und Sportzentrums saniert werden.

Vorgesehen ist außerdem, den kleinen Skulpturenpark unter dem Förderturm um eine Installation zu ergänzen. Nach Worten des Bürgermeisters laufen bereits erste Beratungen darüber. Entschieden sei aber noch nichts.
Das große Areal der ehemaligen Wismut-Halde in Drosen, jetzt “Resurrektion Aurora”, mit Förderturm, Lindenallee und Skulpturenpark werde gut angenommen. Radfahrer, Wanderer und Spaziergänger seien vor allem an den Wochenenden dort unterwegs. Mit Mountainbike-Rennen und Haldenlauf, die jeweils einmal im Jahr stattfinden dort, erfahre das Areal zusätzliche Aufmerksamkeit. “Wir sind recht zufrieden mit dieser Entwicklung”, so der Bürgermeister. Aufwerten will die Gemeinde im kommenden Jahr auch ihre Mietwohnungen. Eine Begehung der Quartiere ist geplant. Die dabei festgestellten Mängel und Schönheitsfehler größeren Umfanges sollen im kommenden Jahr behoben werden. 2015 wollen die Löbichauer außerdem nutzen, um eine dann wieder größere Straßenbaumaßnahme für 2016 vorzubereiten. Die einzig verbliebene Betonstraße, die gleich hinter der Schweinezuchtanlage der Agrargenossenschaft Nöbdenitz in Richtung Löbichau abbiegt, soll dann saniert werden. “Dafür sind aber noch einige Verhandlungen mit dem Straßenbauamt Ostthüringen zu führen”, sagt Rolf Hermann. Sicher sei indes, dass die Planungen für dieses Projekt im kommenden Jahr ausgelöst werden sollen.

Der Haushaltsplan wurde auf der letzten Gemeinderatssitzung in diesem Jahr beschlossen. Im Verwaltungshaushalt plant die Gemeinde mit rund 1,6 Millionen Euro.

Jana Borath

Jana Borath kommentiert

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Jana Borath über Geld, das allein auch nicht glücklich macht

Löbichau gehört zu den wenigen Kommunen im Altenburger Land, die keine Schlüsselzuweisungen bekommen aus Erfurt. Im Gegenteil. Löbichau gibt ab – und zwar eine Finanzausgleichsumlage, die im kommenden Jahr 121.000 Euro hoch ist. Rechnet man die Abgaben für Kreisumlage, Schulumlage, Umlage an die Verwaltungsgemeinschaft hinzu, kommt man locker auf 800.000 Euro, die Löbichau berappen muss. Das ist die Hälfte des gut 1,6 Millionen Euro umfassenden Verwaltungshaushaltes, der der Kommune für 2015 zur Verfügung steht und der sich vornehmlich aus Einnahmen von Grund- und Gewerbesteuern speist. Und die Prognosen sehen keine Änderung. Zumindest nicht zugunsten von Löbichau. Für das übernächste Jahr rechnet der Bürgermeister mit 200.000 Euro, die als Finanzausgleichsumlage gen Erfurt abgeführt werden müssen. So die Realitäten, die auch für das als reich geltende Löbichau keine größere Sicherheit bringen. Denn Wirtschaft kann plötzlich erlahmen, was wiederum fatale Folgen haben kann für eine Kommune, für die Gewerbesteuern eine der wenigen Einnahmequellen sind.