13.01.2015 | OVZ

FDP-Stadtrat verlangt Pro-Kopf-Gebühr

Freidemokraten reagieren auf OVZ-Beitrag

Altenburg. Nicht unwidersprochen nehmen die hiesigen Freidemokraten die Aussagen von Martin Wenzel, Geschäftsführer des Wasserversorgungs- und Abwasserentsorgungsbetriebes Altenburg (Waba), zum Wasserverbrauch hin. Im OVZ-Bericht vom 5. Januar habe er zwar die technischen Zusammenhänge zwischen Wassersparen und Aufkeimungs-Gefahr inklusive daraus resultierender Mehrkosten richtig dargestellt, er verwechsele jedoch Ursache und Wirkung, heißt es in einer Mitteilung.

Die Altenburger würden sich vor allem deshalb darum bemühen, ihren Wasserverbrauch zu senken, weil die Stadt seit vielen Jahren einen der Spitzenplätze bei den deutschen Wasser- und Abwassergebühren belege, so FDP-Stadtrat Detlef Zschiegner. Ein Bemühen, daran etwas zu ändern, sei bei den Verantwortlichen nicht erkennbar.

Ungerechtigkeiten entstünden den Bürgern bereits mit der Berechnunggrundlage für die Grundgebühr nach dem Anschlusswert, so Zschiegner. “Bei den meisten Gebäuden in Altenburg kommt ein Qn von 2,5 zur Anwendung. Dies bedeutet in der Konsequenz, dass ein Haus mit einer Wohnungseinheit mit den gleichen Grundgebühren belastet wird wie ein Haus, das zum Beispiel 15 Wohnungseinheiten besitzt.” Dies führe dazu, dass je nach Anzahl der Bewohner in kleinen Häusern Grundgebühren entstehen, die pro Kopf das zehnfache und mehr gegenüber großen Wohngebäuden betragen. Zschiegner: “Aus diesem Grund sollte in Altenburg endlich über eine grundlegende Reform der Wasser und Abwasserpreise nachgedacht werden.” Die Grundgebühr sollte wie bei der Abfallentsorgung pro Kopf erhoben werden, so der Stadtrat. Das Thüringer Kommunalabgabengesetz lasse dies zu.

Beim Abwasser wiederum entstünden die extrem hohen Kosten für die Bürger vor allem dadurch, dass nicht die am stärksten zur Kasse gebeten werden, die durch ihre Einleitungen die meisten Kosten verursachen, so Zschiegner weiter. Denn Abwässer mit Schadstoffen und hoher Schmutzlast erforderten erhöhten Reinigungsaufwand. Die Abwasserkosten von Industrie, Krankenhäusern, Schlachthöfen und Brauereien würden von Rentnern und Familien mit Kindern subventioniert.

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