20.01.2015 | OVZ

Leserbrief

Warum werden wir für zu große Klärwerke bestraft?

Zum Artikel “FDP-Stadtrat verlangt Pro-Kopf-Gebühr” vom 13. Januar:

Ich hatte mir eigentlich vorgenommen, mich nicht wieder an Diskussionen über die horrenden Wasserpreise im Altenburger Land, egal ob beim Wasserversorgungs- und Abwasserentsorgungsbetrieb Altenburg (Waba) oder dem Zweckverband Wasserver- und Abwasserentsorgung Altenburger Land (ZAL), zu beteiligen.

Doch beim Lesen des Artikels des Altenburger FDP Stadtrates habe ich meine Meinung revidiert. Ich habe mich am 5. Januar ebenfalls maßlos geärgert. Denn auch ich finde die Äußerungen des Waba-Geschäftsführers Martin Wenzel skandalös.

Ich kann der These, die der FDP Stadtrat vertritt, uneingeschränkt zustimmen, allerdings mit der Ergänzung, dass es beim ZAL zum Thema Wasser- und Abwasserpreise noch toller zugeht.

Ich wohne in Rositz und bezahle für einen Kubikmeter Trinkwasser sage und schreibe 2,67 Euro Brutto und für einen Kubikmeter Abwasser 3,48 Euro. Das ist jedoch noch nicht alles. Zusätzlich zu diesen Kosten sind pro Jahr noch 150 Euro Grundgebühr Trinkwasser und 120 Euro Grundgebühr Abwasser zu berappen.

Bei einem jährlichen Verbrauch von meistens 50 Kubikmetern Wasser beläuft sich die an den ZAL abzuführende Summe auf 577,55 Euro. Das entspricht einem Kubikmeter-Preis von 11,55 Euro.Dazu kommen noch Kosten des Niederschlagswassers von 123,37 Euro für 169 Kubikmeter Grundstücksfläche.

So wie mir wird es in den ländlichen Regionen vielen Wasserkunden ergehen, denn nicht wenige Anwesen werden von einer oder zwei Personen bewohnt.

Warum nur werden wir dafür bestraft, dass in der Nachwendezeit bei den Dimensionen der riesigen Kläranlagen derart gravierende Fehler gemacht wurden? Der Meinung des FDP Stadtrates Zschiegner kann ich nur voll und ganz zustimmen.

Es wird sich bei der Berechnung der Wasser- und Abwassergebühren weder beim Waba noch beim ZAL irgendeine Veränderung zugunsten der Einwohner ergeben.

Es ist doch zu schön, die Bürger zur Kasse zu bitten, diese sind ja auf Gedeih und Verderb auf diese Versorger angewiesen.

Ursula Richter, Rositz