21.01.2015 | OTZ

Der harte Kern der Liberalen im Altenburger Land rückt zusammen

Die FDP im Altenburger Land ist durch Karteibereinigung weiter geschrumpft, hat einen neuen Vorstand gewählt und setzt für die Zukunft auf die richtige Kommunikation, um für 2017 Wähler zu gewinnen.

Gleina. In puncto Geschlossenheit können die Liberalen im Altenburger Land der politischen Konkurrenz derzeit sogar etwas vormachen. Auf der Kreismitgliederversammlung am Mittwochabend im Kertscherhof in Gleina wurden turnusmäßig die Mitglieder des Vorstandes, die Delegierten zum Landesparteitag und für den Landesparteirat neu gewählt – alle einstimmig.

Hans-Jürgen Heitsch hatte im Vorfeld zwar Sorge, dass überhaupt keine Wahl zustande kommen könnte: Der bisherige Schatzmeister Bastian Schwotzer stand kurzfristig für die Wahl nicht mehr zur Verfügung und der bisherige Kreisvorsitzende Daniel M. Scheidel hatte aus privaten Gründe als Witwer und alleinerziehender Vater von zwei kleinen Söhnen bis kurz vor der Sitzung noch überlegt, ob er die Zeit haben wird, sich in einer Funktion der Parteiarbeit zu widmen.

Dann stand der Altenburger doch zur Wahl und wurde wiedergewählt. Sein Stellvertreter ist wiederum der Schmöllner Steffen Plaul. Ins Amt des Schatzmeisters wurde Torsten“Grieger gewählt, der sich parallel zum Kassehüten und Spenden-Eintreiben auch weiterhin um die Öffentlichkeitsarbeit kümmern wird. Beisitzer im neuen Vorstand sind Detlef“Zschiegner aus Altenburg, der Löbichauer Bürgermeister Rolf Hermann, der Bürgermeister von Göllnitz Hans-Jürgen Heitsch und der Altenburger Lutz Meyner. Nach den politischen Schlappen der Liberalen bundesweit und verlorenen Wahlmandaten auch im Altenburger Land “müssen wir jetzt nach vorne schauen”, sagte der wiedergewählte Kreisvorsitzende. Dabei setze er auf die gewohnte Zusammenarbeit und die persönlichen Kontakte, die auch im Internet-Zeitalter durch nichts zu ersetzen seien.

Die Zahl der FDP-Mitglieder im Altenburger Land ist ohnehin sehr überschaubar geworden. Seit dem Vorjahr hat der Kreisverband weitere vier Mitglieder verloren und zählt noch 27 von 31 im Jahr 2014. “Das waren allerdings keine Parteiaustritte sondern säumige Zahler, die ausgeschlossen wurden”, erläuterte Scheidel den Teilnehmern der Versammlung – elf an der Zahl.

“Die Stimme der Liberalen ist leiser geworden, aber nicht verstummt”, stellte Scheidel in seinem Rechenschaftsbericht fest. In den Stadträten von Altenburg und Schmölln und im Kreistag ist die FDP noch vertreten, wenn auch nicht in Fraktionsstärke. Scheidel war zur Kreistagswahl “rausgeflogen”.

“Die Ergebnisse waren schlecht”, gibt er zu. Auf die Füße gefallen sei den Liberalen vor Ort vor allem die Wähler-Sicht auf die Bundes-FDP. “Wählerstimmen gab es aus dem eigenen Dorf, darüber hinaus nicht”, erinnerte Heitsch.

Das Programm der eigenen Partei müsse deshalb nicht völlig umgestoßen werden, wollte der neue Vize-Vorsitzende der Landes-FDP den Parteifreunden ganz im Osten Thüringens Mut machen. Er stellte das neue FDP-Leitbild vor. Das setzt nicht nur auf das neue Magenta-Rot neben Gelb und Blau, sondern auf eine in sich stimmige Kommunikation der “Marke FDP“ parteiintern und nach außen mit den Wählern und bei der Gewinnung neuer Mitglieder. Die sollten jünger und auch weiblich sein. Ziel der Liberalen ist es, 2017 wieder in den Bundestag einzuziehen.

Angelika Munteanu