22.10.2008 | OTZ

Sitzung soll rasch Klärung bringen

Dr. Birgit Klaubert: Bedenken zu Prinzenraub sollen Montag ausgeräumt werden

Von OTZ-Redakteurin Ulrike Grötsch

Altenburg/Gera. Das Landratsamt hat eine Wirtschaftsprüfung anberaumt. Da soll geklärt werden, ob bei der Finanzierung der Prinzenraubfestspiele das Theater möglicherweise widerrechtlich Geld für die von der Stadt Altenburg seit einigen Jahren veranstalteten Prinzenraub-Festspiele zugeschossen hat.

Nun hat der Intendant der Theater & Philharmonie Thüringen (TPT) die Vorbereitung für 2009 sofort gestoppt. Das müsse er nach diesem Vorwurf aufgrund der Gesetzeslage einfach tun, erklärte Dr. Birgit Klaubert, stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende des TPT und zugleich Vorsitzende des Fördervereins Prinzenraub, gestern. Sie hatte vorgestern auch die außerordentliche Sitzung des Aufsichtsrates einberufen. Die Fristverkürzung für jene Sitzung sei möglich, das habe sie geprüft. Es müssen sehr schnell alle Bedenken ausgeräumt werden, sagte sie. Ihrer Meinung nach gibt es nichts, was dem Theater angelastet werden sollte. Die Aufsichtsräte sollten sich einigen, dass “wir alle Veranstalter sind”. Sie selbst kenne die Rechnungen der Stadt Altenburg und wäre bereit, diese zur Verfügung zu stellen, um Klarheit zu schaffen.

Ihr persönlicher Wunsch ist es, dass diese Verträge künftig so ausgestalteten werden sollten, dass sie in die Region hinein wirken, Altenburg und das Altenburger Land jene Verträge folglich gemeinsam unterzeichnen.
In Kritik geraten ist Landrat Sieghardt Rydzewski (parteilos), der die Prüfung angeordnet hatte. Er setze den Bestand der Festspiele aufs Spiel, heißt es da. Generalintendant Prof. Matthias Oldag tat das ebenso wie die Fördervereinsvorsitzende Dr. Birgit Klaubert. Die Liberalen schlagen kräftig drauf und fordern den Rücktritt des Landrates. Alle kreiden ihm an, er habe die Thematik öffentlich gemacht. Und alle kämpfen jetzt plötzlich um den Erhalt der Festspiele und argumentieren, welche positiven Effekte der Prinzenraub doch für die Stadt und das Umland habe. Zu den Vorwürfen an sich waren noch keine Fakten zu vernehmen. Unter einigen Kreistagsmitgliedern indes kursiert das Gerücht, dass es möglicherweise Oberbürgermeister Michael Wolf (SPD) selbst gewesen sei, der die Thematik öffentlich gemacht haben soll. Michael Wolf weist diesen Vorwurf entrüstet zurück. “Ich kann es nicht öffentlich gemacht haben, weil ich den Kreistag aus Protest verlassen habe”, sagte er auf OTZ-Anfrage. Auch dem Oberbürgermeister geht es, wie er gestern sagte, um eine schnelle Aufklärung. Er bezeichnete die Vorwürfe als haltlos und falsch.

Nun weiß man hierzulande, dass sich Landrat und OB nicht grün sind. Sollten die Vorwürfe dennoch stimmen, würde es um durchaus größere Beträge gehen. Einem Genealintendanten könnte hier vielleicht etwas auf die Füße fallen, dessen Verursacher er gar nicht ist. Denn wie er erklärte, sind “die Verträge allerdings seit Beginn der Festspiele im Jahr 2005 weitgehend unverändert geblieben”. Der Aufsichtsrat, zu dem auch Vertreter des Landkreises gehören, sei “stets im Detail über die Finanzierung und Organisation der Prinzenraub-Festspiele informiert gewesen und hat die Geschäftsführung des Theaters jedes Jahr entlastet”. In Gera indes verhält man sich nach außen hin ruhig. Abwarten und Tee trinken, lautet hier eher die Devise, zumal der Oberbürgermeister Geras und zugleich Aufsichtsratsvorsitzende Dr. Norbert Vornehm (SPD) zurzeit im Urlaub ist. Geraer Aufsichtsräte kannten zumindest irgendwelche Zahlen, sahen die wiederholten Nachfragen seitens des Gesellschafters Altenburger Land aber eher als unproblematisch an. Sie hatten wohl seit etwa zweieinhalb Monaten von intensiven Nachfragen seitens des Landkreises gewusst.