21.10.2008 | OVZ

Streit um Landrats-Vorwurf

Altenburg (G.N.) Die FDP hat gestern Landrat Sieghardt Rydzewski zum Rücktritt aufgefordert. Grund seien seine Angriffe gegen das Theater und den Prinzenraub, so Kreis-Chef Daniel Scheidel. Der Landrat verteidigte in einer Erklärung sein Vorgehen.

"Dem Amt nicht gewachsen”

FDP verlangt Rücktritt des Landrates

Altenburg. “Die Angriffe des Landrates gegen das Theater und den Prinzenraub beweisen ein weiteres Mal, dass er seinem Amt nicht gewachsen ist. Es ist nun wirklich an der Zeit, dass er seinen Hut nimmt, um das Altenburger Land, die Stadt Altenburg und – in diesem Fall – das Theater vor weiterem Schaden zu bewahren.” Das erklärte gestern FDP-Kreischef Daniel Scheidel.

Nachdem er bereits beim Kreiskrankenhaus wütete und unnötig viel Porzellan zerschlug, habe er nun den Prinzenraub ins Visier genommen. Für die Liberalen im Kreis stellt sich die Frage, was als nächstes dran sei. “Dass er Menschen, die erfolgreich Projekte auf den Weg bringen, aber nicht vor ihm kuschen, nicht ertragen kann und konsequent versucht, sie zu diskreditieren, haben wir in der Vergangenheit immer wieder erlebt”, so Scheidel. Ein mögliches nächstes Ziel sei das Studium Plus.

Für die FDP zeige sich im Verhalten des Landrates deutlich, dass er sich “statt aufs Schaffen immer mehr aufs Schädigen und Zerstören” verlegt habe, heißt es in der Presseerklärung. Zweieinhalb Jahre nach seiner Wahl habe er nichts aus seinem vollmundigen Wahlprogramm verwirklicht. Ob weitere große Unternehmensansiedlungen am Flughafen, ob Vermarktungsaktivitäten in Europa, alles Fehlanzeige, resümierte der FDP-Kreisvorsitzende und verwies auf die aktuellen Subventionen für Ryanair, die er am vergangenen Mittwoch im Kreistag durchgepeitscht hatte: “Der Landrat ist nicht in der Lage, vernünftige Tourismuswerbung in London und Barcelona zu initiieren. Stattdessen fährt er lieber in die USA, während Altenburg von Rechtsextremisten belagert wird und pumpt Geld auf das Konto von Ryanair.”

Für die Liberalen stehe deshalb fest, dass der Landrat nicht bis zum Ende seiner Amtszeit 2012 weiter den Landkreis und die Kreisstadt schädigen dürfe. “Er muss zurücktreten, und zwar jetzt! Immer mehr Bürgerinnen und Bürger fragen bei uns an, ob und wie man einen derart unfähigen Landrat abwählen kann. Er sollte ein einziges Mal Manns genug sein und abdanken, bevor die Stimmung im Kreis noch mehr vergiftet wird”, so Scheidel.

Er erinnerte in diesem Zusammenhang daran, dass es SPD und Linke waren, die Rydzewski 2006 in den Sattel hoben. “Sie sollten zumindest jetzt den Mumm haben, sein willkürliches und schädliches Agieren endlich zu unterbinden”, erklärte der FDP-Chef.