09.04.2011 | OVZ

Lesermeinung

“Abenteuerliches Urteil und verzerrtes Bild”

Zum OVZ-Beitrag “Wo fängt der Größenwahn an” vom 8. April:

In dem Artikel über die letzte Kreistagssitzung wurde sachlich korrekt wiedergegeben, was von einigen Kreistagsmitgliedern kundgetan wurde.

Dennoch entsteht in der Öffentlichkeit ein verzerrtes Bild, wenn man wie die FDP uns einreden will, dass die geplanten Gelder für den Flughafen für andere Bereiche überhaupt einsetzbar sind. Der Fraktionsvorsitzende ist doch genau informiert über die Verpflichtungen des Landkreises zur Betriebserhaltung und kennt das relativ bescheidene Einsparpotenzial bei Wegfall der Flugzone D, das heißt Abstufung zum Verkehrslandeplatz. Auf der anderen Seite verlieren wir die Möglichkeit, internationalen Flugverkehr in Altenburg wieder einzurichten.

Diese bescheidene Wirtschaftsförderung sollte uns im Sinne der Zukunft des Altenburger Landes möglich sein. Richtig abenteuerlich wurde dann die Sitzung, als von extremen Reserven beim Personalbestand der Verwaltung gesprochen wurde. Entstanden ist diese Erkenntnis, weil drei Mitarbeiter zu einem nur kurz andauernden Außentermin erschienen waren. Ich finde es unerträglich, ohne Kenntnis der Einzelheiten eines Sachverhaltes ein solches Urteil zu fällen.

Aus meinen Erfahrungen ist ein Vororttermin der Verwaltung immer ein Kraftakt, da die Ausstattung mit Fahrzeugen recht sparsam ist. Umso erfreulicher ist es, wenn für einen Vorgang gleich möglichst viele beteiligte Fachdienste einen gemeinsamen Termin vereinbaren und dann auch noch in einem Fahrzeug anreisen.

Dass Rationalisierung und Sparzwang auch in der Verwaltung des Landkreises Altenburger Land ein stetig fortwährender Anspruch sein müssen, steht außer Frage. Ob dies mit solchen Äußerungen befördert wird, mag ich nur bezweifeln.

Wolfgang Schleicher, Altenburg