21.09.2015 | OTZ

FDP für Erhalt der 11. und 12. Schulklassen

Mit Unverständnis reagiert der Altenburger FDP-Stadtrat Detlef Zschiegner auf die Überlegungen von Landrätin Michaele Sojka (Linke), die 11. und 12. Klassen in Meuselwitz und Schmölln einzusparen.

Altenburg. “Frau Sojka hat offensichtlich noch nicht begriffen, wie wichtig gute Bildung als wichtigster und wertvollster Rohstoff Deutschlands ist”, ärgert sich Detlef Zschiegner. “Das Altenburger Land steht bei den meisten Rankings bundesweit auf einem der letzten Plätze. Ein weiterer Kahlschlag in unserer Bildungslandschaft wäre ein Schritt in die völlig falsche Richtung”, so der Politiker. Für die FDP seien Bildung und Bildungseinrichtungen die wichtigsten Voraussetzungen, um am Wirtschaftsstandort Altenburger Land auch in Zukunft Unternehmensansiedlungen und Zuzüge zu generieren.

Stärkung Altenburgs nicht auf Landkreis-Kosten

“Die Zukunftschancen unserer Jugend müssen es uns wert sein, in eine bestmögliche Bildung zu investieren: Dazu gehören zwangsläufig auch die gymnasialen Oberstufen in Meuselwitz und Schmölln,” mahnt Zschiegner. Als Stadtratsmitglied freue er sich über jede Stärkung des Altenburger Schulstandortes – aber bitte nicht zulasten der Kinder aus dem übrigen Landkreis.

Kommentiert

Finger weg vom Gymnasium!

Marcus Schulze über die losgetretene Schuldebatte

So schnell kann es manchmal gehen. Die Landrätin äußerst sich zu einem Thema – und plötzlich beziehen alle Parteien im Landkreis Stellung dazu und von der Materie betroffene Menschen stehen unaufgefordert auf der Redaktionsmatte.

Der Tenor ist dabei geradezu einstimmig. Finger weg von Gymnasien in Schmölln und Meuselwitz. Dass der Aufschrei in den benannten Städten lautstark erhallt, ist nachvollziehbar. Welche Stadt möchte denn freiwillig auf eine “Elite-Schmiede” verzichten. in Jena würde ja auch niemand die Uni aufgeben wollen. Was im Großen gilt, trifft eben auch im Kleinen zu. Gerade in Schmölln wird die Historie des Gymnasiums beschworen. Und natürlich geht es auch immer um Kultur und – ganz wichtig – junge Menschen. Sind die einmal weg, kommen sie nie wieder.

Dem hält die Landrätin recht nüchterne Argumente entgegen: die Anzahl der Schüler muss stimmen. Zumal die von ihr geäußerten Gedanken, laut
eigener Angabe, gar nicht so neu seien.

Gleichzeitig vernimmt man hie und da jedoch auch, dass die Landkreis-Chefin, die einst das Licht der Welt in Altenburg erblickte, sich für ihre Geburtsstadt besonders einsetzen würde. Wer weiß, wer weiß.