10.12.2015 | OVZ

Wahl im Wieratal vertagt

Einziger Bewerber ist nicht genügend qualifiziert

VON JÖRG REUTER

Langenleuba-Niederhain. Der Chefsessel in der Verwaltungsgemeinschaft (VG) Wieratal bleibt weiterhin leer. Auch der erneute Versuch, einen Nachfolger für den Ende August ausgeschiedene Vorsitzenden Gerd Werner zu finden, blieb erfolglos. Zwar fand sich mit dem FDP-Kreisvorsitzenden Daniel Scheidel ein Bewerber. Doch er brachte nicht die formale Qualifikation für das Amt mit. „Das hat uns die Kommunalaufsicht jetzt nach Prüfung der Bewerbungsunterlagen mitgeteilt“, informierte vorgestern der stellvertretende VG-Chef Jürgen Schneider (parteilos) während der Gemeinschaftsversammlung der VG-Räte. Eigentlich war geplant, den einzigen Bewerber, der sich auf die Ausschreibung gemeldet hatte, an diesem Abend zum Vorsitzenden zu wählen.

Weil Scheidel aber kein Diplomverwaltungswirt ist, erfüllt er nicht die formalen Voraussetzungen für den gehobenen öffentlichen Dienst. „Ich bin schon enttäuscht“, sagte er gestern der OVZ. Denn mit seiner fünfeinhalbjährigen Berufserfahrung als einstiger Wirtschaftsförderer der Stadt Altenburg fühle er sich der Aufgabe gewachsen. Wie er darüber hinaus betont, habe er jedoch großes Verständnis, dass in der VG-Versammlung nach dem Schreiben aus dem Landratsamt der Punkt „Wahl des Vorsitzenden“ von der Tagesordnung gestrichen wurde. „Sollte die Stelle erneut ausgeschrieben werden, überlege ich, meine Berufserfahrung anerkennen zu lassen, um mich dann erneut zu bewerben“, erklärte er.

Ob es soweit kommt, ist indes fraglich. Wie in der VG-Versammlung deutlich wurde, hofft man nun, dass das Landratsamt einen Übergangs-VG-Chef aus seinen Reihen stellt. Das hätte laut Schneider den Vorteil, dass dieser nur so lange im Amt bleiben müsste, wie es das Wieratal als eigenständige Einheit noch gibt. Demgegenüber wird ein VG-Chef für sechs Jahre gewählt. Ob aber die Eigenständigkeit solange aufrecht erhalten werden kann, ist wegen der Gebietsreform offen.

Eine zweite Ausschreibung der VG-Chefstelle war nötig geworden, weil sich die VG-Versammlung im Juli auf den damals einzig übrig gebliebenen Bewerber nicht einigen konnte.