06.04.2004 | OTZ

FDP-Chef mit Rundumschlag

Sein Ziel: Neue Qualität im Kreistag

Gleina (OTZ/ulg). Die FDP will für Fortschritt stehen und in das Kreisparlament eine neue Qualität hineinbringen, so FDP-Kreisvorsitzender Karsten Schalla am Montag. Man trete zur Wahl an, damit man sich von der Sozialstaatsklempnerei verabschieden kann.

Harsche Kritik gab es zur Situation im Landkreis. Dabei erteilte er allen Parteien einen Rundumschlag. Das Thema Krankenhausfusion samt Inhalte zum Verkauf sei den Bürgern erst durch die Diskussionsrunde des Wirtschaftsvereins vertraut gemacht worden. Landrat und Schmöllner hätten es monatelang unter der Decke des Schweigens gehalten. Es sei ein Zeichen verfehlter Informationspolitik und eines selbstherrlichen Führungsstils, sagte Schalla. Auch PDS-Vorsitzende und MdL Sojka hätte längst die Pflicht gehabt, das Schweigen in punkto Krankenhaus zu brechen. Ihr sprach Schalla jegliche Wirtschaftskompetenz ab. Die FDP habe von der Fusion der Krankenhäuser erst durch die Presse erfahren, rügte er. Die Schmöllner seien in dieser Frage stur. Aller Patriotismus in Ehren, fuhr er fort, aber man hätte schon eher handeln und nicht an Altem festhalten müssen. Für ihn vorstellbar wäre eine Umwandlung in eine Pflegeeinrichtung. Die Ärzte hätten schon andere Betätigungsfelder in der Region gefunden, meinte der FDP-Vorsitzende. Auch Gumprecht (Ex-Landrat und CDU Landtagskandidat in Altenburg) habe Verantwortung für die verfehlte Krankenhauspolitik, urteilte der FDP-Chef. Bei der Positionierung zum Städteverbund sei MdL Schröter (CDU) blass gewesen. Er habe verantwortungslos gehandelt, da ihm die Parteidisziplin wohl wichtiger war als damals der Städteverbund, so Schalla. Einen Hieb gab es auch gegen Vizelandrat Dr. Schubert (SPD). Er, Schalla, sähe es zwar ein, dass der Vizelandrat unter seinem Chef leide, aber die Flucht nach vorn löse das Problem nicht, meinte er. Wenn er fehlte, würde die Kompetenz weiter sinken. Und Matzulla (SPD-Landtagskandidatin in Altenburg), sei wohl auch kein Gipfelstürmer, hieß es seinerseits.

Auch FDP nominiert für alle Kreistagssitze Kandidaten

Kreisvorsitzender Karsten Schalla führt Liberale in den Wahlkampf

Von OTZ-Redakteurin Ulrike Grötsch

Gleina. Die FDP des Altenburger Landes führte am Montagabend im Kertscher Hof in Gleina ihre Versammlung durch, um die Kandidaten für die Kreistagswahl aufzustellen.

Ihr erklärtes Ziel, so FDP-Kreisvorsitzender und Landtagskandidat Karsten Schalla ist es, nachdem man mit 4,9 Prozent den Einzug in den Kreistag zur letzten Kreistagswahl knapp verpasste, als FDP wieder in den Kreistag des Altenburger Landes einzuziehen, nun zur bevorstehenden Kommunalwahl am 27. Juni wieder zu erreichen.

27 FDP-Mitglieder der insgesamt 48 des Kreisverbandes und fünfzehn Freunde der FDP nahmen an der Nominierung der FDP-Kandidaten für den Kreistag teil. Insgesamt stellte die FDP 46 Kandidaten und damit genau so viele wie alle bisher im Kreistag etablierten Parteien (CDU, SPD und PDS) auf.

Die ersten zehn Kandidaten für die Kreistagsliste der FDP wurden einzeln gewählt. Von Listenplatz 11 bis 46 erfolgte die Wahl der Kandidaten im Block. Die anfangs 26, später dann 27 Wahlberechtigten plädierten in geheimer Abstimmung mehrheitlich für die vom Kreisvorstand vorgeschlagenen Kandidaten. Ein Gerangel um Listenplätze gab es auch hier nicht. Auf Listenplatz eins der FDP steht Kreisvorsitzender Karsten Schalla. Der Kreisvorsitzende führt wie CDU und PDS seine Partei in den Wahlkampf. Altbewährte FDP-Mitglieder wie Hans Peter Bugar, Chef der Verwaltungsgemeinschaft “Altenburger Land” und der Göllnitzer Bürgermeister Hans-Jürgen Heitsch folgen auf der Liste dem noch nicht all zu lange Zeit als FDP-Vorsitzenden tätigen Schalla. Der für den Altenburger Wahlkreis zur Landtagswahl kandidierende Martin Klimek rangiert hinter Daniel Scheidel, Stadtverwaltung Altenburg, auf Platz vier. Der FDP ist es gelungen, trotz ihres offensichtlichen Mankos in der Mitgliederzahl, zahlreiche Parteilose zu gewinnen, auf ihrer Liste zu kandidieren. Man wäre gar in der Lage gewesen, so Kreisvorsitzender Karsten Schalla, noch mehr Freunde bzw. Sympathiesanten für den Kreistag aufzulisten.