14.06.2004 | OTZ

Schalla: Landrat nicht Minister - FDP erreicht Ziel

Liberale hoffen nun auf Kreistagswahl

Altenburg (OTZ/ulg). Obwohl die FDP nicht in den Landtag einziehen wird, sieht Kreisvorsitzender Karsten Schalla die Ziele zumindest im Altenburger Land als erreicht an. “Wir wollten, dass Landrat Rydzewski (SPD) nicht Innenminister wird. Das ist gelungen. Nicht erreicht haben wir, selbst in den Landtag einzuziehen. Aber wir haben unser Ergebnis gegenüber der Landtagswahl deutlich verbessert. Damals lagen wir bei 1,5 Prozent, jetzt bei über 3 Prozent. Damit haben wir deutlich zugelegt.”

Die Liberalen zeigten sich auf ihrer Wahlparty in Altenburg schwer enttäuscht über die Wahlbeteiligung und über ihr Landtagswahlergebnis. Allerdings hoffen sie aufgrund des Aufwärtstrendes jetzt stark, dass es ihnen gelingt, in vierzehn Tagen in den Kreistag und in die Stadtparlamente einzuziehen. Wenn die Wähler im Landkreis uns das selbe Vertrauen wie heute zur Landtagswahl schenken, dann wäre ein Einzug durchaus möglich, meint der FDP–Chef des Kreises. Sie setzen auf die Vernunft der Wähler und hoffen, dass zu den Kreistags- und Kommunalwahlen wieder deutlich mehr Wähler an die Wahlurnen treten. Die verbleibenden vierzehn Tage wollen die Liberalen nun weiter einen themenbezogenen Wahlkampf machen.

Fritz Schröter holt Direktmandat

Erstmals aus Wahlkreis 43 drei Abgeordnete von CDU, PDS und SPD künftig im Landtag

Von OTZ-Redakteurin Ulrike Grötsch

Altenburg. Im Wahlkreis 43 hat die CDU einen klaren Sieg davon getragen. Laut vorläufigem Wahlergebnis entfielen 44,5 Prozent der Stimmen im Wahlkreis auf die Christdemokraten.
Die PDS rangiert in der Wählergunst auf Rang zwei. Sie erhielt 25,8 Prozent.

Die SPD kam auf 15,2 Prozent. Die FDP verbuchte in der Schmöllner Region sowie im Raum Meuselwitz und Lucka, ebenfalls zum Wahlkreis 43 gehörend, 4,2 Prozent. Die Grünen erhielten 2,2 Prozent. Gewählt wurde in 77 Wahlbezirken. Von den 47 342 Wahlberechtigten gaben nur 24 156 ihre Stimme ab. Das entspricht einer Wahlbeteiligung von 51 Prozent.

Als gewählt gelten kann der Bewerber der CDU, Fritz Schröter. Ihm gaben 40,0 Prozent, das sind 9162 Wähler, ihre Stimme. Fritz Schröter, seines Zeichens Kreisvorsitzender der CDU, ist damit von der ersten Landtagswahl an Landtagsabgeordneter des Wahlkreises 43. Auch Michaele Sojka (PDS) wird aufgrund ihres Listenplatzes wieder in den Landtag einziehen. Die PDS-Kreisvorsitzende erhielt 6798 Stimmen. Damit entschieden sich 29,7 Prozent der Wähler dafür, ihr ihre Stimme zu geben. Besonders stolz ist sie darauf, dass sie in Wintersdorf auf 36,9 Prozent kam.

Dr. Hartmut Schubert, Kreisvorsitzender der SPD, erhielt 5 204 Stimmen. Das sind 22,7 Prozent. Er rangiert damit an dritter Stelle der insgesamt vier Landtagskandidaten des Wahlkreises 43 und wird wohl über seinen Listenplatz als dritter Abgeordneter in den Landtag einziehen. Karsten Schalla (FDP) gaben 1731 Wähler ihre Stimme, das sind 7,6 Prozent. Im Wahlkreis 44, Altenburger Region, gewann Ex-Landrat Christian Gumprecht (CDU) das Direktmandat mit 43,2 Prozent. Er erhielt 8583 Stimmen. Vizelandtagspräsidentin Dr. Birgit Klaubert (PDS) vereinigte 6389 Stimmen auf sich, das sind 32,2 Prozent. Damit ziehen hier zwei Abgeordnete ein. Gabriele Matzulla, SPD-Fraktionsvorsitzende im Kreistag, kam auf 16,1 Prozent, 3201 Stimmen. Dr. Frank Augsten (Grüne) erhielt 575 Stimmen, 2,9 Prozent. Martin Gerhard Klimek (FDP) erhielt 1100 Stimmen, 5,5 Prozent. Es entfielen 42,2 Prozent der Stimmen auf die CDU, 28,2 Prozent auf die PDS, 15,1 Prozent auf die SPD, 4,0 Prozent auf die FDP und 2,8 Prozent auf die Grünen. Weitere aktuelle Wahlergebnisse finden Sie unter www.otz.de

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Gewinner und Verlierer

Von Ulrike Grötsch

Die ersten vorläufigen Ergebnisse von Europa- und Landtagswahl liegen vor.

Das große Rätselraten, welche Partei, denn nun wieviele Stimmen, sprich Prozente bekommt ist vorbei. Vorbei ist auch das Rätselraten, ob erstmals jemand aus dem Altenburger Land einen Ministerposten in Erfurt erhalten wird oder nicht. Die CDU hat sowohl im Wahlkreis 43 als auch im Wahlkreis 44 in der Altenburger Region klar die Direktmandate geholt. Ohne viel Polemik, aber offenbar mit überzeugenden Argumenten hat die PDS der SPD gezeigt, dass mit ihr wohl auch zur Kommunalwahl in vierzehn Tagen zu rechnen sein wird. Denn die PDS zeigt sich auch im Landkreis, so wie in ganz Thüringen, als deutlicher Gewinner dieser Europa- und Landtagswahl. Das Abrutschen der SPD landesweit stürzt die Sozialdemokraten im Altenburger Land wohl weiter in die Krise. Noch dazu hieß es im Rundfunk gestern Abend, dass Altenburger Land habe eines der schlechtesten Ergebnisse für die SPD eingefahren. Aber auch die FDP war nicht glücklich. Ihre anfangs 8 Prozent relativierten sich am Ende auf 4. Das dürfte, bei ähnlichem Wahlverhalten in vierzehn Tagen eine Zitterpartie werden.