18.06.2004 | OTZ

Zoff mit Landrat wegen Unternehmer-Grillabend

FDP-Spitzenkandidat übt herbe Kritik

Altenburg (OTZ/ulg). Am 3. Juni hat Landrat Sieghardt Rydzewski (SPD) die Einladungen zum 2. Unternehmer-Grillabend am Flugplatz Altenburg-Nobitz verschickt. Ausgehend vom regen Zuspruch im letzten Jahr möchte er den Unternehmern im Landkreis am 25. Juni noch einmal die Gelegenheit zu Austausch und Gespräch mit der Politik geben, so der Tenor seiner Einladung. Ausrichter des 2. Unternehmer-Grillabends ist wie im Vorjahr die Sparkasse Altenburger Land.

Die FDP regt sich nun darüber auf, dass in diesem Jahr jedoch der FDP-Kreisvorsitzende und Spitzenkandidat für den Kreistag, Karsten Schalla, und der stellvertretende FDP-Kreisvorsitzende und Spitzenkandidat für den Altenburger Stadtrat, Torsten Grieger, sowie weitere liberale Unternehmer nicht eingeladen seien. Hierzu erklärte Landrat Sieghardt Rydzewski, dass dies so nicht stimme. Der FDP-Kreisvorsitzende sei natürlich eingeladen worden.

Die Liberalen mutmaßen nun, ob Sieghardt Rydzewski Angst habe, dass viele der geladenen Gäste die Gelegenheit zum Gespräch mit der Politik dann möglicherweise nicht in seinem Sinne verstehen könnten. Nachdem er am Sonnabend bei den Kickern vom SV Schmölln 1913 ausgebuht wurde, so Torsten Grieger, denkt er wohl, sich im Kreise der Unternehmer den unangenehmen Fragen entziehen zu können. Die Grillparty, die auch im vergangenen Jahr im Juni stattfand, ist aus Sicht der FDP in diesem Jahr, nun zwei Tage vor der Kommunalwahl stattfindend, diskussionswürdig. Ihrer Ansicht nach werde “versucht, das Landratsamt für Wahlkampfzwecke zu missbrauchen”, so ein Pressesprecher der Liberalen. Besonders brisant werde es allerdings aus Sicht der FDP dadurch, dass die Sparkasse als Ausrichter des 2. Unternehmer-Grillabends auftritt. In ihrer Eigenschaft als öffentlich-rechtliches Institut ist sie zu absoluter politischer Neutralität verpflichtet, so die FDP. Wenn sie Feste finanziert, die der amtierende Landrat zwei Tage vor der Kommunalwahl zur Eigenwerbung nutzen will und zu der kritische Stimmen bewusst nicht eingeladen werden, “so ist das ein Skandal”, sagen die Liberalen. Jedoch könnte man dem entgegenhalten, dass der Landrat zugleich Verwaltungsratsvorsitzender der Sparkasse ist.

Die Liberalen im Landkreis fordern Sieghardt Rydzewski deshalb dazu auf, entweder tatsächlich alle Unternehmer im Landkreis einzuladen oder den Grillabend als SPD-Wahlkampfparty zu deklarieren.

Der Landrat sagte in diesem Zusammenhang, dass er über eintausend Unternehmer eingeladen habe. Natürlich sei nicht jeder Kleinunternehmer dabei. Auch im vergangenen Jahr seien auf der Grillparty keine politischen Reden gehalten worden. Anliegen des Abends sei es, dass die Unternehmer miteinander ins Gespräch kommen.

Landrat Sieghardt Rydzewski bezichtigte im weiteren Verlauf die FDP bezüglich ihrer Darstellung der Lüge, da Karsten Schalla, Kreisvorsitzender der FDP, laut ihm vorliegender Liste eingeladen sei.