25.06.2004 | OVZ

FDP kritisiert unzureichende Kreditvergabe der Sparkasse an einheimische Unternehmen

Altenburg. Die FDP hat die Kreditpolitik der Sparkasse gegenüber Unternehmen kritisiert. “Wie soll es denn vorwärts gehen im Altenburger Land, wenn die Sparkasse die ihr zugedachte Rolle als Kreditinstitut für die heimische Wirtschaft nicht oder nur unzureichend wahrnimmt?”, so Karsten Schalla in einer Presseerklärung. Viele Unternehmen hätten im Wahlkampf ihren Unmut darüber deutlich gemacht.

Der Wirtschaftsförderer im Altenburger Rathaus, Daniel Scheidel, verwies in diesem Zusammenhang auf den Sparkassen-Geschäftsbericht 2002, der nur 26 Prozent der Bilanzsumme als Kredite ausweise, 53 Prozent hingegen als Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere. “Es mag sein, dass Sparkassenchef Wagner mit den festverzinslichen Wertpapieren im Tresor ruhig schlafen kann. Aus der Mittelstandsfinanzierung hat sich sein Institut damit jedoch so gut wie verabschiedet.”

Für FDP-Chef Schalla ergibt sich aus dieser Nicht-Vergabepraxis eine wichtige Forderung der Liberalen an den neuen Kreistag. Er müsse Landrat Sieghardt Rydzewski (SPD) “als Verwaltungsratsvorsitzenden in die Pflicht nehmen, dass er auf die Geschäftsleitung der Sparkasse einwirkt, endlich im Sinne der Wirtschaftsförderung und damit auch im Sinne ihres öffentlichen Auftrages zu handeln.”

Allein das Geld für die Weiterbezahlung der Vorstandsbezüge für den gefeuerten Sparkassen-Vize Holger Mahler für mindestens anderthalb Jahre würde manchem Unternehmer, der einen negativen Kreditbescheid erhielt, schon ausreichen, um bestehende Arbeitsplätze zu sichern oder neue zu schaffen, betonte Schalla.