28.06.2004 | OTZ

FDP feiert Einzug ins Schmöllner Rathaus

Liberale rechnen mit Kreistagsmandaten

Altenburg (OTZ/ulg). FDP-Kreischef Karsten Schalla strahlte 22 Uhr in Altenburg auf der Wahlparty der FDP Optimismus aus. Die frohe Kunde vom Einzug der Liberalen ins Schmöllner Rathaus hatte die FDP in beste Stimmung versetzt. “Wir sind überzeugt, dass wir mit unseren Argumenten den Wähler in Schmölln überzeugt haben”, meinte Karsten Schalla. Man habe alles daran gesetzt, um wieder ins Schmöllner Rathaus einziehen zu können. Man wolle die positive Entwicklung der Schmöllner Region fortsetzen helfen, erklärte er.

Zwar stand 22 Uhr noch nicht annähernd ein realistisches Kreistagsergebnis fest, doch zu diesem Zeitpunkt hatten viele kleinere Gemeinden hohe FDP-Quoten zu verzeichnen. Karsten Schalla ging von einem Einzug der Liberalen auch in den Kreistag aus. “Die Wähler haben unsere offenen, kritischen, aber auch überzeugenden Argumente für eine positive Entwicklung des Landkreises verstanden und haben das mit ihrem Wählervotum zum Ausdruck gebracht”, so sein Urteil gestern Abend.

“Wir werden die erzielten Sitze im Kreistag zum Wohle des Wahlkreises nutzen und auch die Arbeit des Landrates kritisch verfolgen.” Er bedankt sich bei den Wählern für das Vertrauen, das sie der FDP entgegengebracht haben. Einen Nichteinzug in den Kreistag schlossen die Liberalen angesichts der ersten vorliegenden, aber noch nicht repräsentativen Ergebnisse rigoros aus.

Mehrere Parteien legen kräftig zu

Christdemokraten, PDS und FDP ziehen mit satten Stimmengewinnen in neuen Kreistag ein

Altenburg (OTZ/B. Kemter). Mit satten Stimmengewinnen ziehen CDU, PDS und FDP in den Kreistag ein, wobei die Freien Demokraten wieder im Kreistag vertreten sind, nachdem sie 1999 nur knapp an der Fünf-Prozent-Hürde scheiterten (4,9 Prozent). Die FDP kam auf ein gutes Ergebnis von 9,8 Prozent.

Nach vorläufigen Angaben (gestern abend kurz nach 0 Uhr) rutschte die CDU auf 46 Prozent (23 533 Stimmen) und verbesserte sich somit um vier Prozentpunkte gegenüber 1999 (42,0 Prozent). Auch die PDS legte gegenüber 1999 (17,5 Prozent) kräftig zu. Sie erreichte mit 12 636 nunmehr 24,7 Prozent der Stimmen. Großer Verlierer sind die Sozialdemokraten. Sie büßten etwa sieben Prozent der Wählerstimmen ein, kamen auf 19,5 Prozent (10 005 Stimmen), während sie 1999 noch 26,7 Prozent der Wählerstimmen verbuchen konnten. Nur in der Stadt Altenburg – bei den Stadtratswahlen – scheinen sie ihr Niveau gehalten zu haben. Die Wahlbeteiligung lag gegenüber den vorherigen Wahlen niedriger, sie sank von 54,5 Prozent auf 51,4 Prozent.

Damit ergibt sich eine wahrscheinliche Sitzeverteilung im Kreistag wie folgt: CDU (21), PDS (11), SPD (9) und FDP (5). Allerdings lagen nach Mitternacht Ergebnisse aus lediglich 69 von 137 Stimmbezirken vor, so dass wesentliche Verschiebungen durchaus noch möglich sind.

Aufschlussreich sind auch die bisherigen Stimmverteilungen, wie sie auf die jeweiligen Spitzenkandidaten und die Abstände zu den Nachfolgenden entfallen (Stand: etwa 23 Uhr). So erreichte Christian Gumprecht in den 14 Stimmbezirken 1447 Wählerstimmen, gefolgt von Fritz Schröter mit 652, Christiane Arndt liegt da mit 297 deutlich zurück. Michaele Sojka erreichte 820 Stimmen, ein großer Abstand ergibt sich zu Platz zwei der PDS-Wahlliste: 363. Bei der SPD heimste Dr. Hartmut Schubert 296 Stimmen ein, Landrat Sieghardt Rydzewski verbuchte 244 Stimmen, während Gabriele Matzulla etwas abgeschlagen mit 148 Stimmen folgt. Dicht beieinander liegt das Feld bei den Freien Demokraten: Hans-Jürgen Heitsch konnte 202 Wählerstimmen verbuchen, Hans-Peter Bugar 193 und Karsten Schalla 178. Bei den Bürgermeisterwahlen bleiben größtenteils die bisherigen Amtsinhaber. In Windischleuba hatte mit 92,1 Prozent Ulrich Bernhard (CDU) die Nase vorn, in Starkenberg Wolfram Schlegel (SPD): 96,7 Prozent. Die PDS erreichte ebenfalls einen Bürgermeisterposten, mit Bernd Burkhardt in Kriebitzsch. Mit 96,2 Prozent gab er seinen Mitbewerbern das Nachsehen. Nach PDS-Angaben soll auch Gert Pietzsch in Mumsdorf als Bürgermeister gewählt worden sein, allerdings blieb die offizielle Bestätigung noch aus.

Auch in Ponitz zeigte sich, dass Einzelbewerber kaum eine Chance hatten. Der bisherige Amtsinhaber Gerd Kühn (CDU) vereinte auf sich 677 Wählerstimmen und kam somit auf 98,9 Prozent. Ein hohes Ergebnis schaffte ebenfalls Andre Hupfer, bisheriger Bürgermeister in Thonhausen, mit 294 gleich 97,7 Prozent der Stimmen.

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SPD großer Verlierer

Von Bernd Kemter

Wie sich bereits zu den Europa- und Landtagswahlen abzeichnete: Die Sozialdemokraten sind auch im Hinblick auf die Kreistagswahlen der große Verlierer. Per Stand von gestern Mitternacht rutschten sie im Vergleich zu 1999 von 26,7 auf 19,5 Prozent.

Die anderen Parteien legten kräftig zu, einigermaßen spektakulär wohl die FDP, die aus ihrem Keller von 4,9 Prozent (1999 knapp den Einzug in den Kreistag verfehlt) auf immerhin 9,8 Prozent in der Wählergunst kletterte – dies wohl auch wegen des offensiven Wahlkampfes, mit dem sie gegen Landrat Sieghardt Rydzewski (SPD) zu Felde zog. Kleines Trostpflaster für die Sozialdemokraten: In der Kreisstadt konnten sie offensichtlich ihre Stellung behaupten, ohne sie freilich wesentlich ausbauen zu können.

Auch die CDU kann einen stolzen Zugewinn verbuchen, nämlich von vier Prozent. Sie steigerte sich bei den vorangegangenen Kreistagswahlen von 42,0 auf nunmehr 46,0 Prozent. Damit wird sie im neuen Kreisparlament über die meisten Sitze verfügen. Schließlich dürfen auch die Genossen von der PDS zufrieden sein. Sie sprangen von 17,5 Prozent im Jahre 1999 auf 24,7 Prozent.