17.09.2004 | OVZ

Kein weiter so

Mehna. Peter Bugar (FDP) bleibt Chef der Verwaltungsgemeinschaft “Altenburger Land”. 24 von 25 Mitgliedern der Gemeinschaftsversammlung stimmten bei einer geheimen Wahl am Mittwoch in Mehna für den 53-Jährigen. Eine Stimme erhielt Christian Krause, während der dritte Kandidat für den Chefposten, Birk Böhme, leer ausging. Kurz vor der Wahl hatten zwei weitere Bewerber, Detlef Lüdicke und Stefan Viernickel, überraschend ihre Kandidaturen zurückgezogen.

Bugar hatte vor der Wahl die Anwesenden darauf eingestimmt, dass Veränderungen innerhalb der Mitglieds-Gemeinden unausweichlich seien und deshalb ein Umdenken einsetzen müsse. Angesichts der immer weniger vorhandenen finanziellen Mittel müsse man daran gehen, verschiedene kommunale Einrichtungen, die bislang einer unterhalten habe, in Zukunft gemeinsam zu betreiben. Es gehöre zur Ehrlichkeit, sich in den nächsten Jahren einzugestehen, dass einige Gemeinden allein eigentlich nicht mehr lebensfähig seien und aus eigener Kraft nichts mehr auf die Beine stellen könnten.

Veränderungen, sagte Bugar, müssten jedoch auf freiwilliger Basis geschehen. Es dürfe allerdings nicht soweit kommen, dass “umliegende Städte unsere Orte schlucken. Das würde uns die Bevölkerung übel nehmen.” Die kleinsten Gemeinden der VG sind Drogen mit 169, Großröda mit 269, Tegkwitz mit 307, Mehna mit 352 und Göllnitz mit 393 Einwohnern.

Für die zunehmend miserabler werdende Finanzausstattung gebe es bereits jetzt bedrohliche Zeichen. So seien von den elf Mitgliedsgemeinden nur noch zwei im Dorferneuerungsprogramm. Daneben bekämen alle wegen der stetig abnehmenden Einwohnerzahlen auch weniger Geld, sagte Bugar, während die Ausgaben, zum Beispiel für die zu zahlenden Umlagen an die VG, für Schule und Kreis gleich blieben, im Endeffekt also die Kasse mehr belasteten.

Der Wahl des VG-Chefs war ein kleines Tauziehen innerhalb der Gemeinschaftsversammlung vorausgegangen, in dessen Folge es zur öffentlichen Ausschreibung des Postens kam. Damit einher ging auch die Forderung, dass der neue Leiter gleichzeitig die Führung eines Amts übernehmen sollte.

Davon versprachen sich einige Gemeinderäte ein Einsparpotenzial. Bugar erklärte den Anwesenden am Mittwoch, dass er deswegen fortan das bisherige Sachgebiet Bau leiten werde, das bislang dem Hauptamt untergliedert war. Allerdings entsteht neben der Kämmerei damit nun ein drittes Amt, womit sich zumindest für Außenstehende eine Einsparung noch nicht ganz erschließt.

Jens Rosenkranz

Personalie

Neuer VG-Chef mischt auch im Kreistag mit

Zu seinen wichtigsten Leistungen zählt in dieser Zeit der Umbau der alten Menaer Schule zu einem modernen Verwaltungsgebäude. Außerdem verstand er es, sowohl sehr kleine alsauch recht große Dörfer innerhalb der VG zusammenzuführen, ohne dass sich jemand benachteiligt fühlte.

Seit diesem Jahr sitzt Peter Bugar für die FDP, der er seit 2000 angehört, auch im Kreistag. Dort will er sich vor allem für die Erhaltung des ländlichen Raumes einsetzen, eine Aufgabe, die seiner Meinung nach bislang sträflich vernachlässigt wurde.

Bugar ist gelernter Bergmann und arbeitete von 1972 bis 1998 bei der Wismut unter Tage. Er ist verheiratet, hat eine Tochter und wohnt in Trebula, einem Ortsteil von Altkirchen. In seiner Freizeit beschäftigt sich der passionierte BMW-Fahrer mit Oldtimern und fährt leidenschaftlich gern Motorrad.