08.04.2005 | OTZ

Einen wichtigen Punkt im Dorfentwicklungsplan abgehakt

Löbichau eröffnet neuen Gemeindesaal – Heute Tag der offenen Tür

Von OTZ-Redakteurin Jana Borath

Löbichau. Für die Gemeinde Löbichau war der gestrige Abend ein besonderer: Der neue Gemeindesaal wurde seiner Bestimmung übergeben. In festlichem Rahmen und mit vielen Gästen. “Damit”, so Löbichaus Bürgermeister Rolf Hermann (FDP), “kann ein wichtiger Punkt in unserem Dorfentwicklungsplan abgehakt werden.”

Das Bekenntnis, das einstige Rittergut mit seinen Gebäuden zu erhalten und zu nutzen, traf der Löbichauer Gemeinderat bereits 1993, als der Hof an die Gemeinde übertragen wurde. Die Entscheidung hatten sich die damaligen Gemeinderäte freilich nicht leicht gemacht. Denn es war klar, dass das künftige Gemeindezentrum Löbichau nur Schritt für Schritt geschaffen werden kann. 1994 begannen die Arbeiten am Haupthaus, das seit 1996 das Gemeindeamt Löbichau beherbergt. Brücken- und Hofneubau folgten bis 2001. Ein Jahr später ergab eine Studie, dass sich die Düngerscheune nicht wie geplant für eine Nutzung durch die Feuerwehr eignet. “Da stand für uns fest, die Scheune wird unser neuer Gemeindesaal”, berichtete Rolf Hermann.

Nach einer kurzen Durststrecke in finanzieller Hinsicht flossen endlich jene Fördergelder, die die Gemeinde im Rahmen des Dorferneuerungsprogrammes beim Amt für Landwirtschaftsentwicklung und Flurneuordnung beantragt hatte. Mit dem Bewilligungsbescheid über rund 313 000 Euro in der Tasche konnte man 2004 in Löbichau ans Werk gehen. Nicht ohne Stolz verwies Rolf Hermann gestern auf diesen Bau, der sich als neuer Gemeindesaal in das historisch wertvolle und denkmalgeschützte Rittergut einfügt. Letztlich kostete dieser Umbau 500 000 Euro. Hermann verschwieg nicht, dass es angesichts dieser Summe auch Kritiker des Projektes gab. “Aber”, so fragte er, “wer soll solch' historisches Bauwerk erhalten, wenn nicht wir?” Zudem, so ergänzte er, könne man von niemandem Denkmalschutz und –erhalt fordern, wenn man nicht selbst mit gutem Beispiel voran gehe. So gibt es bereits Pläne für den einstigen Schafstall, der bis zum Buga-Jahr 2007 zum Feuerwehr- und Vereinshaus umgenutzt werden soll, sofern die Fördergelder für die Sanierung fließen. Eine Sanierung erhofft Rolf Hermann auch für den benachbarten Teil des Rittergutes, das heutige Alten- und Pflegeheim in Löbichau. Für das ebenfalls denkmalgeschützte Bauwerk ist das Landratsamt verantwortlich.

Wer den neuen Gemeindesaal indes selbst in Augenschein nehmen möchte, hat dazu heute von 14 bis 17 Uhr zum Tag der offenen Tür Gelegenheit. Oder aber er besucht das dritte Hofkonzert in Löbichau, das am Sonntag, 17. April, dort stattfinden wird.