09.04.2005 | OVZ

Treffen, Pläne und ein paar abgebaute Verkehrsschilder

Dresden/Erfurt/Altenburg. Die Zukunft des Flugplatzes Nobitz wird nun langsam doch ein länderübergreifendes Politik-Thema – wenn auch vorerst die Zielrichtungen noch ziemlich unscharf bleiben.

So kam es am Donnerstag in Berlin bei dem Treffen von Thüringens Verkehrsminister Andreas Trautvetter (CDU) und dem sächsischen Wirtschaftsminister Thomas Jurk (SPD) zu einem ersten Meinungsaustausch über die Perspektiven von Nobitz als Billigflieger-Standort. Noch ohne konkretes Ergebnis, aber zumindest mit der Absicht, weiter im Gespräch zu bleiben.

Gleichzeitig einigten sich die Ministerpräsidenten von Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt auf ihrem Treffen am Donnerstag, das “Luftverkehrskonzept für Mitteldeutschland” als Standortbestimmung und Koordinierungsrahmen zur Grundlage der weiteren Arbeit zu akzeptieren. Die Verkehrsminister der Länder werden gebeten, die erforderlichen länderübergreifenden Präzisierungen abzustimmen. Und immerhin ist Nobitz als Billigflieger-Standort in dem Konzept – bei allen Widersprüchlichkeiten und Unkonkretheiten – erst einmal berücksichtigt.

Und während sich im Thüringer Landtag vor allem SPD und PDS für den Ausbau von Nobitz stark machen, hat im sächsischen Parlament die FDP das Thema entdeckt. Bei dem gemeinsamen Luftverkehrskonzept dürften kleine Flugplätze wie beispielsweise Altenburg-Nobitz als mögliche Standorte für so genannte Billig-Fluglinien nicht vernachlässigt werden, forderten die Liberalen in einer Presseerklärung. “Offenbar hat man aber kein Interesse, Flugplätze neben den Verkehrsflughäfen Leipzig/Halle, Dresden und Erfurt zu erhalten”, heißt es.

Bereits jetzt würden kleinen Flugplätzen von Seiten der Behörden Steine in den Weg gelegt. Wie die Antwort auf eine parlamentarische Anfrage bestätige, hatte beispielsweise das Regierungspräsidium Leipzig auf sächsischem Gebiet Hinweisschilder auf den Flugplatz Altenburg entfernen lassen, da diese “verkehrssicherheitstechnischen und straßenverkehrsrechtlichen Bedingungen” widersprochen hätten.

Einen relativ konkreten Beitrag für die bessere infrastrukturelle Anbindung von Nobitz haben indes die beiden Verkehrsminister erreicht: Nachdem lange das Ausbau-Projekt für die B 7 vom Zschaschelwitzer Kreuz zur neuen Autobahn A 72 Chemnitz-Leipzig stockte, soll es nun endlich vorwärts gehen. Sachsen hat das Linienbestimmungsverfahren fertig und Thüringen will nun die komplette Planung der länderübergreifenden Trasse übernehmen. Diese Trasse käme vor allem dem Flugplatz Nobitz zugute, so Trautvetter.

Das Raumordnungsverfahren für den Zubringer zur A 72 (Altenburg- Frohburg) ist seit einem Jahr abgeschlossen. Auf Thüringer Seite sind 0,7 Kilometer Neubau sowie 3,1 Kilometer Ausbau und auf sächsischer Seite 6 Kilometer Neubau notwendig, so das Verkehrsministerium.

Günter Neumann