19.09.2005 | OTZ

Drei Parteien dicht beieinander

In den Gemeinden des Landkreises recht unterschiedliche Ergebnisse

Von OTZ-Redakteurin Ulrike Grötsch

Löbichau. Ein recht unterschiedliches Bild ist beim Wahlverhalten in den einzelnen Gemeinden des Altenburger Landes zu konstatieren.

Entsprechend der Hochrechnungen am gestrigen Abend und dem geringen Abstand der Kandidaten von SPD und CDU was das Direktmandat betrifft, wähnte sich im Altenburger Land auf den Wahlpartys bis kurz vor 23 Uhr noch niemand als Sieger. Einzig frohlocken konnte die PDS über den Einzug ins Bundesparlament.

Für die CDU völlig unerwartet kam in der Stadt Schmölln der Einbruch. Während Volkmar Vogel (CDU) hier ganze zwei Stimmen mehr als der SPD-Kandidat Andreas Schumann einfuhr, fehlten Frank Tempel von der PDS in Schmölln 300 Stimmen, um mit den CDU- und SPD-Kandidaten mithalten zu können, die beide 30,4 Prozent der Erststimmen erhielten, sind es für Frank Tempel 26,3 Prozent. Damit rangiert die CDU in Schmölln nur auf Rang drei bei den Zweitstimmen. Die SPD kommt hier auf 28,2 Prozent, die PDS erreicht 27,0 Prozent und die CDU erzielt 26,5 Prozent.

Auch in Gößnitz ist das Bild nicht viel anders. Die SPD gewinnt die meisten Zweitstimmen vor der PDS und der CDU. Hier jedoch liegt Andreas Schumann mit 33,2 Prozent deutlich vor Volkmar Vogel (27,9 Prozent), dicht gefolgt von Frank Tempel 26,6 Prozent.

In beiden Städten liegt der Direktkandidat der NPD mit 5,4 Prozent (Schmölln) und 5,8 Prozent (Gößnitz) deutlich vor dem FDP-Direktkandidat (5,1 Prozent in Schmölln, 5,8 Prozent in Gößnitz).

In Gerstenberg liegt Frank Tempel mit 30,5 Prozent vor Andreas Schumann, 28,7. Hier erzielt Volkmar Vogel 25,3 Prozent. Der Direktkandidat der NPD erreicht hier 8 Prozent, die FDP 6 und die Grünen 1,4 Prozent bei den Erststimmen. Bei den Zweitstimmen bietet sich ein ähnliches Bild: 30,4 für die PDS, 25,2 für die SPD und 23,5 Prozent für die CDU. In Rositz gibt es 516 Stimmen und 29,7 Prozent für Vogel, 510 Stimmen und 29,3 Prozent für Schumann und 497 Stimmen, das sind 28,6 Prozent, für Tempel. Dagegen hat in Rositz die PDS die Nase mit 29,1 Prozent vor der CDU, 26,7, und der SPD 25,9 Prozent vorn. In Jückelberg holt Vogel 57,5 Prozent, Tempel 16,4 und Schumann 15 Prozent. Bei den Zweitstimmen erreicht die CDU 44,1 Prozent, die PDS 20,4 und die SPD 13,7 Prozent. In Lucka gewinnt die SPD bei den Erststimmen 30,7 Prozent. Die CDU holt 29,9 Prozent und die PDS 27,6 Prozent. Bei den Zweitstimmen heißt es in Lucka: SPD (29,4) vor PDS (27,4) und CDU (26 Prozent).

In Frohnsdorf deutliches Votum für Vogel mit 42,1 Prozent, vor Schumann, 30,1 und Tempel 19,4 Prozent. FDP und NPD liegen mit 3,2 Prozent bei den Erststimmen gleich auf. In Wintersdorf holt Vogel 30,3 Prozent, Tempel und Schumann liegen mit 28,1 Prozent gleich auf. Hier Holt die PDS bei den Zweitstimmen 28,5 Prozent, gefolgt von CDU 25,5 Prozent und SPD 24,6 Prozent. Die FDP erreicht 8,6, die NPD 7,1, die Grünen 3,3 Prozent.

In Starkenberg holt die SPD 33,2 Prozent bei den Erststimmen, die CDU 32,3 und die PDS 21,5 Prozent. Die FDP kommt auf 6,6 Prozent. Bei den Zweitstimmen heißt es SPD 29,7 vor CDU 27,4 und PDS 22,9 Prozent. Die FDP ist hier mit zwölf Prozent zweistellig im Ergebnis. In Meuselwitz gewinnt Tempel 31,5 Prozent, vor Schumann 30,4 und Vogel 26,9 Prozent. Bei den Zweitstimmen heißt es PDS 31,2, SPD 28,9 und CDU 23,6 Prozent.

In Altenburg wählen 32, 7 Prozent Schumann, 28,2 Vogel und 28,1 Prozent Tempel. Bei den Zweitstimmen holt die SPD 29,6, die PDS 28,2, die CDU 28,1 und die FDP 8,1 Prozent.

Volkmar Vogel bleibt im Bundestag

CDU-Bewerber bei Erststimmen vorn – SPD macht das Rennen bei Zweitstimmen

Von OTZ-Redakteurin Kathrin Schulz

Greiz. Volkmar Vogel wird seinen Sitz im Bundestag behalten. Der CDU-Bewerber kann – so sagt es das vorläufige Wahlergebnis, das gestern Abend um 22.28 Uhr im Greizer Landratsamt vorlag – mit Direktmandat in den 16. Deutschen Bundestag einziehen. Der Mann aus Saara konnte laut vorläufigem Ergebnis 44 502 der Erststimmen auf sich vereinen, das sind 31,7 Prozentpunkte. Sein Kontrahent von der SPD, Andreas Schumann, lag mit 42 408 Stimmen lediglich 1,5 Prozentpunkte hinter dem Sieger, während Frank Tempel (Die Linke/PDS) mit 25,9 Prozent, das sind 36 333 Stimmen, abschnitt. Jens Zimmer von der FDP bekam 7 260 Stimmen, das sind 5,2 Prozent. Mit 3 652 der abgegebenen Erststimmen konnte Marion Zimmer von den Grünen abschneiden. Nachdenklich stimmen sollte das vorläufige Wahlergebnis der NPD, deren Kandidat Ralf Wohlleben mit 6 393 Stimmen bei 4,5 Prozent landete. Insgesamt haben die 190 764 Wahlberechtigten des Wahlkreises 196 bei den Erststimmen 140 548 gültige Stimmen abgegeben.

Ein völlig anderes Bild zeigt die vorläufige Auszählung der Zweitstimmen im Wahlkreis 196. Dort sind 140 813 gültige Stimmen gezählt worden. Hier hatte die SPD mit 27,6 Prozent – 38 903 Stimmen – die Nase vorn, gefolgt von der CDU mit 26,8 Prozent der Stimmen – 37 680 – und dicht gefolgt von der Linken, die 37 441 der Zweitstimmen und damit 26,6 Prozent auf sich vereinen konnte. Die Altenburger Wähler, die neben dem Briefwahllokal Mehna aus dem Altenburger Land kurz vor halb Elf die Letzten waren, die ihre Wahlergebnisse an den Kreiswahlleiter melden konnten, hatten das Ergebnis bei den Zweitstimmen zugunsten der SPD noch gedreht. Volkmar Vogels Direktmandat konnte allerdings auch Kontrahent Andreas Schumanns Altenburger Ergebnis mit 32,7 Prozent der Stimmen nicht gefährden.

Die Greizer Landrätin Martina Schweinsburg, die mit einigen Getreuen von der CDU im Landratsamt-Foyer die öffentliche Präsentation der Wahlergebnisse verfolgt hatte, gratulierte Volkmar Vogel, der 2002 erstmals in den Bundestag einzog, herzlich.

Gegenüber OTZ sagte sie:“Ich freu' mich für ihn, dass er das Direktmandat gewonnen hat. Dieser Erfolg zeugt von seinem hohen persönlichen Einsatz und der Akzeptanz bei der Wählerschaft.“Das erste Ergebnis war gestern gegen 18.20 Uhr aus Hain gekommen, wo 35,8 Prozent der Wähler mit Erststimme für Vogel votiert hatten. 54 Wähler hatten dort ihre Stimme abgegeben.

Im Vergleich zur Bundestagswahl 2002 hat die SPD laut vorläufigem Ergebnis im Wahlkreis 11,6 Prozentpunkte der Zweitstimmen verloren, die CDU verlor 3,7 Prozentpunkte, Die Linke/PDS konnte 10,4 Prozentpunkte zulegen, auch die FDP hat 2,3 Prozentpunkte mehr im Resultat, die Grünen legten einen halben Prozentpunkt zu, aber auch die NPD wuchs um 3 Prozentpunkte der Zweitstimmen.