30.11.2005 | OVZ

Wirtschaftsverein will "Stachel setzen"

Schmölln. Karsten Schalla ist zurück in der Führungsmannschaft des Wirtschaftsvereins Altenburger Land. Bei der Jahreshauptversammlung vergangene Woche im Schmöllner “Bellevue” erhielt der Altenburger Brandschutz-Unternehmer und FDP-Kreisvorsitzende mit 27 von 29 Stimmen das drittbeste Ergebnis bei der Wahl des zehnköpfigen Vorstandes.

Schalla war schon einmal Vorsitzender des Wirtschaftsvereins. Ende 2002 war er als Nachfolger von Günter Lichtenstein gewählt worden, der zuvor den Verein seit seiner Gründung fünf Jahre lang geführt hatte. Doch nach nur sechsmonatiger Amtszeit gab Schalla auf – seine Doppelfunktion als Vereinschef und Kreisvorsitzender der FDP sei von der Mehrheit des Vorstandes nicht akzeptiert worden, so die damalige Begründung. Der Verein geriet in eine ernste Krise und wird seither von zwei Sprechern nach außen vertreten, einer davon wurde wieder Gründungsvater Lichtenstein.

Er habe sich die Entscheidung nicht leicht gemacht, kommentierte Schalla im “Bellevue” seine erneute Vorstandskandidatur. Vor allem zwei Gründe hätten den Ausschlag gegeben, sich dem Verein, dem er von Anfang an angehöre, wieder zur Verfügung zu stellen. Erstens habe der Zusammenschluss – entgegen mancher heimlicher und offener Bedenken – weiterhin seine Daseinsberechtigung. Es gebe eine Vielzahl von Problemen, “wo ein Stachel gesetzt” und unangenehme Fragen gestellt werden müssten, weil die Politik es nicht von selbst tue. Zweitens wolle er seine vielen Wirtschaftskontakte, auch über Thüringen hinaus, für die Region einbringen. “Es muss aber der klare Wille der Mitglieder sein, sonst dränge ich mich nicht in dieses Amt”, erklärte Schalla.

Der Verein wird die neuen Kräfte brauchen können. “Wir waren ein Stück weit unauffällig”, hatte Sprecher Günter Lichtenstein in der Diskussion rückblickend auf das vergangene Jahr selbstkritisch eingeräumt. Nach dem großen Kampf um die Wiedereröffnung des vom Verkehrsminister Andreas Trautvetter (CDU) gesperrten Flugplatzes war es um den Verein relativ ruhig geworden. Bei einer lange geplanten Diskussion zur Verkehrsinfrastruktur “haben wir uns ausbremsen lassen” – allerdings war es diesmal der sächsische Verkehrsminister Thomas Jurk (SPD), der partout keinen Termin finden wollte.

Das soll im neuen Jahr ganz anders werden: Neben den traditionellen monatlichen Betriebsbesuchen stehen auch wieder zwei große Foren auf dem Arbeitsplan des Vereins – am 17. Januar kommt Minister Andreas Trautvetter zu einem “Verkehrsforum Ostthüringen-Westsachsen” und am 2. Februar soll mit dem Leipziger Flughafengeschäftsführer Eric Malitzke über die Perspektiven des Flugplatzes Altenburg-Nobitz diskutiert werden.

Zu Sprechern des Vorstandes wurden erneut der Baumarkt-Unternehmer Günter Lichtenstein (29 Stimmen) und der Rechtsanwalt Helge Klein (28 Stimmen) gewählt. Der Verein hat 87 Mitglieder, im Berichtsjahr gab es zwei Austritte und vier Eintritte.

Günter Neumann