08.02.2006 | OVZ

FDP will Linksbündnis Paroli bieten

Altenburg. Die Landratswahl wird offenbar doch noch spannend: Nachdem die Linkspartei auf einen eigenen Kandidaten verzichtete, sah bisher alles nach einem Zweikampf zwischen SPD-Amtsinhaber und CDU-Herausforderer aus. Doch nun will auch die FDP am 7. Mai einen Bewerber ins Rennen schicken.

“Ja, wir werden einen Kandidaten aufstellen”, bestätigte gestern der Chef der Liberalen im Kreis, Karsten Schalla. “Nach unserem engagierten und erfolgreichen Wahlkampf bei der Kreistagswahl vor zwei Jahren erwarten die Bürger von uns einfach, dass wir jetzt auch eine personelle Alternative zu Herrn Rydzewski anbieten.” Eine entsprechende Nominierungsveranstaltung sei für den 20. Februar geplant. Namen möglicher Kandidaten wollte der FDP-Kreisvorsitzende hingegen noch nicht nennen.

Dafür bestätigte er indirekt, dass der Deal von Linkspartei und SPD den letzten Anstoß gab, bei der Landratswahl mitzumischen. Vor allem von den Sozialdemokraten ist Schalla maßlos enttäuscht: “Die SPD hat die Demokratie, die sie sich 1989 mit den Füßen mit erkämpfte, durch diesen Schulterschluss mit den Linken in die Mülltonne geworfen”, so der FDP-Chef.

Durch den dritten Kandidaten wäre – unabhängig von seinen tatsächlichen Erfolgsaussichten – das Rennen wieder offen. Der Liberale dürfte zwar der Union einige Stimmen kosten, andererseits wird durch sein Antreten jener zweiter Wahlgang überhaupt erst wieder möglich, den SPD und Linkspartei durch ihr Bündnis verhindern wollten.

So würden sich am 21. Mai die SPD- und CDU-Kandidaten erneut gegenüber stehen. Doch während dann in der Altenburger Hochburg von SPD und Linkspartei viele Wähler zu Hause bleiben könnten, weil der OB schon im ersten Wahlgang gewann, hätte das bürgerliche Lager in den ländlichen Gebieten noch einmal eine Chance.