08.02.2006 | ABG-Net

Die FDP im Rausch

Altenburg. Die FDP ist in der Medienreflexion der Landrats- und Bürgermeisterwahlkämpfe kaum vorgekommen. Da die Partei der Besserverdienenden in Kreis und Stadt bisher wenig an Inhalten beizutragen hatte, versucht man es mal wieder mit Tritten unter die Gürtellinie. Schon im Kommunalwahlkampf 2004 war die FDP damit aufgefallen. Nun wirft besagte Partei der SPD vor, durch den Schulterschluss mit der Linkspartei die 1989 erkämpfte Demokratie in die Mülltonne geworfen zu haben (!?) Da wird nicht argumentiert, sondern behauptet. Was aber das eine mit dem anderen zu tun hat, wird das ewige Geheimnis des Herrn Schalla bleiben.

Die FDP wärmt die Rote-Socken-Kampagne auf. Bei Herrn Hinze stand dahinter wenigstens ein Konzept. Man wollte die PDS im Osten stärken, um die SPD im Bund zu schwächen. Im Kreis kann das nicht funktionieren. Ein Lagerwahlkampf ist unsinnig und überflüssig. Der Kandidat des bürgerlichen CDU-Lagers ist dem DDR-Apparat heftiger verbunden gewesen als alle Abgeordneten der Linkspartei im Kreis zusammengenommen. Über den FDP-Kandidaten gibt es bisher nur Vermutungen.

Desweiteren sind die Landrats- und Bürgermeisterwahl nun mal Personenwahlen. Da lockt man mit der großen politischen Keule kaum die eigene Mitgliedschaft hinter dem Ofen vor. Entweder ist der Kandidat bekannt und gilt als befähigt und integer oder eben nicht. Das Herangehen der FDP ist weder wahlarithmetisch sinnvoll, noch bringt es den Landkreis irgendwie vorwärts.

Man fühlt sich an eine dem gelernten DDR-Bürger bestens geläufige Ballade erinnert, die einstmals Eberhard Esche brillant zu Gehör brachte. Ein durch Alkohol übermütig gewordener Hase wollte seinen Kampf mit dem Löwen aufnehmen:

Und er begann im Wald / von einem Stamm zum anderen zu schwanken / und brüllt dabei die kühnlichsten Gedanken / laut in die dunkle Nacht hinaus: / Den Löwen werde ich zerzausen, / wir sahn in dem Wald noch ganz andre Tiere hausen / und machten ihnen doch den blutigen Garaus!”

Das Ende dieser Ballade ist bekannt. Wer es nicht weiß, möge dem aufgeführten Link folgen.

Dr. Birgit Klaubert