15.02.2006 | OVZ

FDP kürt am Montag Kandidaten

Altenburg. Auf einer Mitgliederversammlung des FDP-Kreisverbandes am Montag wird der Berwerber der Liberalen für die Landratswahl offiziell nominiert. Sie findet im Kertscher-Hof in Gleina statt und beginnt um 19.30 Uhr. Darüber informierte gestern der Kreisvorstand offiziell. Allerdings wollen die Liberalen ihren Kandidaten bis dahin weiter geheim halten. “Bei anderen Parteien hat man gesehen, wie schnell Bewerbungen zerredet werden können”, begründete Kreischef Karsten Schalla die Heimlichtuerei. Dafür kündigte er einen Wahlkampf an, der sich in Inhalt und Stil an der Kommunalwahl vom Frühjahr 2004 orientieren werde. “Das erwarten alle von uns, die sich noch an unsere frische und überraschende Kampagne erinnern”, sagte Schalla. “Die ersten Ideen haben wir schon.”

Damals hatte die FDP auf Plakataktionen mit scharfen Attacken gegen SPD-Landrat Sieghardt Rydzewski gesetzt und dessen Parteifreund, den Altenburger Oberbürgermeister Michael Wolf, verschont. Im Ergebnis schafften die Liberalen den Wiedereinzug in den Kreistag, in den Altenburger Stadtrat aber nicht. Eine ähnliche Linie zeichnet sich auch jetzt ab: Der FDP-Vorsitzende hatte bereits Anfang Januar in einem OVZ-Interview angekündigt, er könne sich sogar vorstellen, Wolf zu unterstützen.

Pikant wäre diese Taktik noch aus einem anderen grund. Mit Daniel Scheidel, der nach Informationen unserer Zeitung am Montag als FDP–Kandidat nominiert werden soll, kämen am Ende beide Herausforderer des Landrats ausgerechnet aus dem (Rat-)Haus seines Parteifreundes – Scheidel ist Chef der Wirtschaftsförderung, CDU-Anwärter Wolfhardt Tomaschewski ist nach Posten im Standesamt und Bauhof nun für diverse Sonderaufgaben zuständig.

Hauptziel des Mitmischens der Liberalen ist es aber, durch einen dritten Bewerber auf jeden Fall eine Stichwahl nötig zu machen. Denn die findet erst zwei Wochen später statt, wenn viele Wähler nicht mehr zur Wahl gehen könnten, weil die Entscheidungen in Altenburg und Schmölln dann gefallen sind und das bürgerliche Lager seine Stärken im ländlichen Raum ausspielen könnte.

Günter Neumann