23.03.2006 | OVZ

Landrats-Wahlkampf

Scheidel contra Rydzewski wegen Sparkasse

Altenburg (G.N.). Mit heftigen Vorwürfen gegen die Kreditpolitik der Sparkasse hat FDP-Landratskandidat Daniel Scheidel die heiße Phase des Wahlkampfes eröffnet. Landrat Sieghardt Rydzewski (SPD), der zugleich Verwaltungsratsvorsitzender ist, und Sparkassenchef Thomas Wagner verstünden nichts von Wirtschaftsförderung. Nicht von ungefähr würden viele Unternehmen des Kreises ihre Konten nicht bei der Sparkasse Altenburger Land führen. Anlass der Attacke ist die Tatsache, dass die durch ihre Apollo-Rennwagen bekannt gewordene Gumpert-Sportwagenmanufaktur ihre Kredite von der Jenaer und nicht von der Altenburger Sparkasse erhält. Der Landrat wies gegenüber der OVZ die Vorwürfe zurück: “Unseriöser geht es nicht.”

Lustreisen statt Wirtschaftsförderung?

FDP-Kandidat Daniel Scheidel kritisiert Landrat Sieghardt Rydzewski für verfehlte Kreditpolitik der Sparkasse

Altenburg (G.N.). Ein kleines Logo liefert den Anlass für die erste heftige Attacke eines Landratskandidaten gegen den Amtsinhaber.

Denn der Slogan vom “schnellsten Kredit Thüringens” prangt zwar an der Flügeltür des zweiten Apollo-Sportwagens aus Altenburg, den sich Landrat Sieghardt Rydzewski am Montag bei einem Betriebsbesuch vorführen ließ. Geworben wird damit allerdings für die Sparkasse aus Jena und nicht für die einheimische, deren Verwaltungsrats-Chef der SPD-Politiker ebenfalls ist. FDP-Landratskandidat Daniel Scheidel wirft dem Amtsinhaber deshalb in einer Presseerklärung vor, die Unterstützung für das Sportwagenprojekt sei vom Landratsamt “nicht gerade berauschend” gewesen – und durch die Altenburger Sparkasse schon gar nicht. Firmenchef Roland Gumpert sei von Sparkassenchef Thomas Wagner “[…]” worden, während die Jenaer Kollegen Interesse zeigten und kurzfristig die für Serienstart und Messeteilnahme in Genf nötigen Mittel bewilligten.

“Hier zeigt sich ein weiteres Mal, was Sie und die Sparkasse von Wirtschaftsförderung verstehen: Leider gar nichts!”, so der Liberale, der hauptberuflich Wirtschaftsförderer im Altenburger Rathaus ist. Das Beispiel Apollo stehe symptomatisch für das Geschäftsgebaren der Sparkasse und Rydzewskis Einfluss auf deren Geschäftspolitik.

“[…]”, behauptet der FDP-Herausforderer. Nicht von ungefähr würden viele Unternehmen des Kreises ihre Konten nicht bei der Sparkasse Altenburger Land führen. Dabei sei die regionale Wirtschaftsförderung einer der gesetzlichen Aufträge, über die der Landrat als Verwaltungsrat zu wachen habe.

Rydzewski solle sich nicht mit fremden Federn schmücken. Der Erfolg der Sportwagenmanufaktur sei nicht sein Verdienst und die Kredit-Politik der Sparkasse “kein Ruhmesblatt, mit dem man in den Wahlkampf ziehen sollte,” erklärte der FDP-Landratskandidat.

Der Landrat wies gegenüber dieser Zeitung diese Vorwürfe zurück. “Ich kann mich nur wundern, dass der Wirtschaftsförderer der Stadt Altenburg Dinge in der Öffentlichkeit ausbreitet, die absolute Firmeninterna sind und das Bankgeheimnis berühren,” sagte Sieghardt Rydzewski. “Unseriöser geht es nicht.”