01.04.2006 | OVZ

FDP-Landratskandidat Daniel Scheidel droht mit Sonderkreistag zur Sparkassen-Politik

"So bremst man Wirtschaft aus, statt zu fördern"

Altenburg. Die FDP hat ihre Vorwürfe zur ungenügenden Mittelstandsförderung durch die Sparkasse Altenburger Land bekräftigt. “Die Instrumente, die der Landkreis zur direkten oder indirekten Wirtschaftsförderung hat, müssen genutzt und weiterentwickelt werden,” forderte gestern der Landratskandidat der Liberalen, Daniel Scheidel, in einer Presseerklärung. Bis heute habe Landrat Sieghardt Rydzewski (SPD) auf die Kritik nicht reagiert.

“Wenn der Landrat nicht in der Lage ist, mit Kritik offensiv umzugehen und möglicherweise sogar versuchen wird, sich hinter verschlossenen Türen zum alleinigen Richter aufzuspielen, wird die FDP-Fraktion noch vor den Wahlen am 7. Mai eine außerordentliche Kreistagssitzung einfordern,” kündigte Scheidel vorsorglich an. Die Fakten gehörten auf den Tisch und dürften nicht unter den Teppich gekehrt werden.

Die FDP habe für ihre Kritik (OVZ berichtete) rege Zustimmung von vielen Unternehmen im Altenburger Land erhalten. […], erneuerte der FDP-Kandidat seine Vorwürfe.

“Ich habe selber jahrelang in Banken und Sparkassen gearbeitet. Ich kenne die kritischen Punkte und ich kann Geschäftsberichte lesen. Wenn die Herren Rydzewski und Wagner meinen, die Menschen im Altenburger Land für dumm verkaufen zu können – mit mir nicht!”

Als Beleg führt Scheidel, der im Altenburger Rathaus als Wirtschaftsförderer tätig ist, vorliegende Bilanzzahlen einiger Sparkassen per 31. Dezember 2004 an: Während die Sparkasse Altenburger Land nur 23 Prozent ihrer Bilanzsumme an Krediten ausgegeben hatte, waren es bei der Sparkasse Mittelthüringen 39 Prozent, bei der Ostseesparkasse Rostock 57 Prozent und bei der Sparkasse Hanauer Land sogar 61 Prozent. Ähnlich sehe es beim Verhältnis der Verbindlichkeiten gegenüber Kunden zu Forderungen an Kunden aus. Auch hier sei die Sparkasse Altenburger Land mit nur 27 Prozent trauriges Schlusslicht. “So bremst man die Wirtschaft aus, statt sie zu fördern,” betonte Scheidel.