19.04.2006 | OTZ

Luftfracht von Nobitz bisher kaum besprochen

Aus dem Wahlprogramm von Daniel Scheidel

Altenburg (OTZ/B. Kemter). Das Thema “Luftfracht” sei bislang kaum besprochen worden, meinte FDP–Landratskandidat Daniel M. Scheidel während des gestrigen Pressegesprächs, bei dem er sein Wahlprogramm vorstellte. Sicherlich würde DHL über Leipzig/Halle abgewickelt, das bedeute jedoch nicht, dass es keine Luftfracht-Nische für Altenburg-Nobitz geben könnte, meinte er im Hinblick auf ein Konzept der mittel- und langfristigen Entwicklung des Regionalflughafens.

Er sieht seinen Schwerpunkt in der Wirtschaftsförderung, der Landkreis müsse sich nach außen besser vermarkten, und dazu müssten neue Wege beschritten werden. Scheidel plädiert für ein überregionales/internationales Vermarktungskonzept für den Wirtschaftsstandort Altenburger Land, auch sollen sich Unternehmen an Fachmessen, wie der CeBit, der Hannover Messe und Expo real, beteiligen. Er sieht zugleich wichtige Chancen in der Wirtschaftsinitiative für Mitteldeutschland. Die Kreditvergabepolitik der Sparkasse müsse als aktives Element der Wirtschaftsförderung für den Mittelstand sowie das Handwerk neu ausgerichtet werden. Große Aufmerksamkeit müsse den Wachstumsbranchen Automobile, Metall- und Kunststoff-, Lebensmittelindustrie und Bioenergie sowie dem Dienstleistungssektor geschenkt werden. “Die Fleischproduktion ist zu gering, wir verbrauchen mehr Fleisch, als wir erzeugen.” Das könne sich ändern, allerdings über kleinere Anlagen mit verträglicheren Emissionsbelastungen, meinte er im Hinblick auf die große Anlage in Bocka. Starke Akzente setzt Scheidel in seinem Wahlprogramm auf die Profilierung des Altenburger Landes als Bioenergie-Region: Biodiesel, Biogas und Bioethanol, Körnerverbrennungsanlagen (es gebe natürlich ethische Bedenken, aber das katholische Bayern ist hier schon viel weiter), Hanf und Heilkräuter mit ihren Weiterverarbeitungsstufen.

Scheidel geht es um die Unterstützung des Projektes StudiumPlus, wozu weitere Partner gewonnen werden müssten.

Die Anbindung der neuen B 7 an die A 72 habe sich jahrelang verzögert, so Scheidel, der sich als gewählter Landrat ebenso für den zügigen Ausbau der B 93-Ortsumgehung Gößnitz, für den Neubau der Gößnitzer Bahnbrücke und den weiteren Ausbau der Verbindung Altenburg – A 4 – Gera, also die Eisenberger Landstraße, als kürzeste Trasse stark machen würde. Diese Trasse führe durch zu viele Dörfer und sie sei auch recht gefährlich.

Das laut Sponsorenvertrag mit Lars Riedel gezahlte Geld konterkariere das, “was wir im Sport wirklich brauchen”. Ein Sponsorenpool sei nötig – zur Unterstützung des Spitzensports im Landkreis durch die Wirtschaft, allerdings nicht zu Lasten des Breitensports. Scheidel will als gewählter Landrat auch die Stadt Altenburg unterstützen: bei der Entwicklung eines Sportpark-Konzeptes “Am Waldstadion” mit Kombibad, Fußball- und Leichtathletikstadion, Squash- und Tennishalle. Auch die anderen Vereine, wie Skat- und Schachvereine, Schalmeien- und Spielmannszüge, Karnevalsclubs sowie Trachten- und Heimatvereine sollen sich seiner Unterstützung ebenso gewiss sein wie Leute im Ehrenamt.

Er plädiert für einen offenen Führungsstil in der Kreisbehörde, damit die Mitarbeiter dort wieder Vertrauen zur Führungsriege fassen können. Viele seien dort in die innere Emigration gegangen. Hinsichtlich der Gebietsreform (nicht vor 2009) setzt sich Scheidel für freiwillige Zusammenschlüsse ein, und auch länderübergreifende Varianten sollten durchaus ins Blickfeld rücken. Mehr Aufmerksamkeit ist Älteren zu schenken, so sollte der Landkreis als attraktiver Wohnstandort auch für ältere Mitbürger aus dem Großraum Halle/Leipzig entwickelt werden. Eine Zusammenlegung der großen Wasser-/Abwasser-Verbände sei nicht erfolgt, so Scheidel. Kostenunterschiede bis zu 25 Prozent im Kreis seien nicht akzeptabel. Weitere Themen: Überprüfung von Kooperationsmodellen für das Theater, volle Personal- und Finanzverantwortung der Arge SGB II durch den Kreis, ein Suchthilfe-Zentrum für Jugendliche, “angemessene” Dienstfahrzeuge. “Wir wollen einen zweiten Wahlgang, und da wollen wir dabei sein”, so Scheidel zu einem möglichen Wahlgangsszenario.