28.10.2006 | OVZ

Disziplinarverfahren gegen Landrat verlangt

Altenburg/Weimar (G.N.). Wegen seines Alleinganges bei der Einsetzung von Dr. Gundula Werner als Geschäftsführerin des Altenburger Krankenhauses hat Landrat Sieghardt Rydzewski jetzt Ärger mit dem Landesverwaltungsamt. In der Weimarer Behörde ging gestern eine Dienstaufsichtsbeschwerde gegen ihn ein. Vorgeworfen wird dem SPD-Politiker ein Dienstvergehen, verlangt wird ein Disziplinarverfahren. Verfasst wurde die Beschwerde vom FDP-Kreisvorsitzenden und Kreistagsfraktionschef, Karsten Schalla. “Der Landrat hat mit seiner Entscheidung die Zuständigkeiten des Kreistages und auch des Krankenhausaufsichtsrates verletzt und außerdem sehr viel Vertrauen verspielt”, begründete Schalla den bislang einmaligen Vorgang im Altenburger Land.

Dienstaufsichtsbeschwerde gegen Landrat Sieghardt Rydzewski (SPD)

Alleingang zieht Kreise

Altenburg/Weimar. Wegen seines Alleinganges bei der Einsetzung von Dr. Gundula Werner als Geschäftsführerin des Altenburger Krankenhauses hat Landrat Sieghardt Rydzewski jetzt auch Ärger mit dem Landesverwaltungsamt. In der Weimarer Behörde ging gestern eine Dienstaufsichtsbeschwerde gegen ihn ein. Vorgeworfen wird dem SPD-Politiker ein Dienstvergehen, verlangt wird die Einleitung eines Disziplinarverfahrens.

Verfasst wurde die Beschwerde vom FDP-Kreisvorsitzenden des Altenburger Landes und Kreistagsfraktionschef der Liberalen, Karsten Schalla. “Der Landrat hat mit seiner Entscheidung die Zuständigkeiten des Kreistages und auch des Krankenhausaufsichtsrates verletzt und außerdem sehr viel Vertrauen verspielt”, begründete Schalla den bislang einmaligen Vorgang im Altenburger Land (OVZ berichtete).

Ein Kreistagsbeschluss und auch eine Ausschreibung der Stelle wären nach Meinung des Kommunalpolitikers unbedingt nötig gewesen. Das Altenburger Krankenhaus sei mit über 700 Mitarbeitern der mit Abstand größte Arbeitgeber des Kreises, bei der Auswahl der Geschäftsführer dürften ausschließlich fachliche Kriterien zählen. “Und das geht nur mit einer Ausschreibung”, betonte Schalla.

Besonders empört ist der Liberale, weil fast zeitgleich zum Alleingang Rydzewskis mit der Werner-Personalie die Geschäftsführerstelle für die Schmöllner Heimbetriebsgesellschaft sehr wohl öffentlich im Amtsblatt des Kreises ausgeschrieben wurde – obwohl das Unternehmen wesentlich weniger Personal hat, weniger Umsatz macht und bei weitem nicht die Aufgabenfülle und Verantwortung wie das Altenburger Krankenhaus hat.

Offenbar ist aber der Frust unter einigen Kommunalpolitikern über die Entscheidung Rydzewskis auch deshalb so groß, weil er damit eine Absprache im Kreisausschuss unterlaufen haben soll. Nach Informationen unserer Zeitung soll es parteiübergreifend Konsens gewesen sein, erst nach dem Ausscheiden von Krankenhausgeschäftsführer Peter Jansen ein Ausschreibungsverfahren in Gang zu setzen, bei dem auch Gundula Werner ihre Chance bekommen sollte.

Der Sprecher des Landesverwaltungsamtes, Adalbert Alexi, bestätigte gestern den Eingang der Beschwerde. Wie lange die Prüfung dauern werde und wann mit einer Entscheidung zu rechnen sei, könne er nicht sagen. Auf jeden Fall werde der Landrat angehört, und auch eine Überprüfung der zugrunde liegenden Satzungen sei nötig.

Günter Neumann