18.04.2009 | OVZ

“Ein Armutszeugnis”

Skatbrunnenfest-Absage: FDP sieht es als Affront gegen Händler und Privatveranstalter

Altenburg. Am Rande seiner Klausurtagung zum Wahlprogramm für die Stadt Altenburg hat der FDP-Ortsvorstand auch die Absage des Skatbrunnenfestes 2009 diskutiert. Die Liberalen seien sich einig, dass das kurzfristige Aus vor allem SPD-Oberbürgermeister Michael Wolf anzukreiden sei, berichten sie in einer Presseerklärung. „Die Stadt gibt für den Prinzenraub und das Altstadtfest in diesem Jahr rund eine Million Euro aus. Wie kann es da sein, dass für das Skatbrunnenfest keine Unterstützung möglich ist?“, fragt FDP-Spitzenkandidat Wolfgang Krause.

Aus Sicht der Liberalen ist es zwar nicht Aufgabe der Stadtverwaltung, Feste zu organisieren und zu finanzieren. Allerdings solle das Rathaus bei so bedeutenden Veranstaltungen wie dem Skatbrunnenfest mit eingebunden sein und im Rahmen des Stadtmarketings seinen Beitrag leisten.

„Das Fest hat sich in den letzten Jahren bei der Altenburger Bevölkerung sowie bei Besuchern gut etabliert. Gerade im Jubiläumsjahr soll es ins Wasser fallen? Das ist ein Armutszeugnis für die Stadt, allen voran für Oberbürgermeister Michael Wolf“, meint Pressesprecher Torsten Grieger. „Viele Firmen und Vereine, darunter auch der Deutsche Skatverband, haben zum Skatbrunnenfest Gäste eingeladen. Die kurzfristige Absage ist blamabel und imageschädigend für die Stadt. Zugleich zeigt sich, dass das Engagement von privaten Veranstaltern zu Gunsten des eigenen Kulturmanagements weit hinten ansteht und keine entsprechende Unterstützung findet.“

Aufgestoßen sei den Liberalen auch, dass der OB zur Absage gegenüber der Presse Bürgermeisterin Kristin Knitt „vors Rohr geschoben“ habe. Das sei als Rückzug aus der politischen Verantwortung bei unangenehmen Entscheidungen zu interpretieren. „Die Innenstadthändler haben extra den verkaufsoffenen Sonntag vorgezogen, um das Wochenende rund ums Skatbrunnenfest zu einem weiteren Highlight im Altenburger Veranstaltungskalender zu machen“, betont der FDP-Ortsvorsitzende Detlef Zschiegner. „Mit seinem Verhalten stößt Wolf deshalb nicht nur die Besucher des Festes vor den Kopf, sondern auch die Händler und Gewerbetreibenden. Was nützen alle Leitbilder, wenn die Themen Innenstadtbelebung und Stadtmarketing am Ende nur Lippenbekenntnisse sind?“

Der Ortsvorstand der Liberalen ist überzeugt, dass es dem OB mit politischem Fingerspitzengefühl gelungen wäre, das Skatbrunnenfest zu retten. So aber bleibe ein bitterer Beigeschmack, dass es Quersubventionierungen von städtischen Beteiligungsgesellschaften nur für die vom Kulturmanagement geplanten Veranstaltungen gibt.