18.11.2006 | OTZ

Altenburger Landrat legt SPD-Parteibuch hin

Landesvorsitzender Matschie bedauert Austritt – Querelen im Landkreis waren Auslöser

Erfurt (OTZ/Johr). Der Landrat des Kreises Altenburger Land, Sieghardt Rydzewski, hat seinen Austritt aus der SPD angekündigt. In einem Brief an Landesparteichef Christoph Matschie und den Landesvorstand gibt er als Grund Querelen im Kreisverband Altenburg an.

Ein Zusammenhang mit der Thüringer SPD bestehe nicht, beteuerte Rydzewski und dankte für die Zusammenarbeit. Für eine persönliche Stellungnahme war Rydzewski gestern nicht zu erreichen.

Nach OTZ-Informationen hatte sich Rydzewski vor allem mit Altenburgs Oberbürgermeister Michael Wolf (SPD) überworfen. Der jüngste Streit drehte sich um die Berufung einer Geschäftsführerin des Krankenhauses in der Kreisstadt, über die der Landrat Kraft seines Amtes entschieden hatte. Das Landesverwaltungsamt hatte in dem Fall einen fehlenden Kreistagsbeschluss moniert. Kritik erntete Rydzewski dafür auch von CDU und FDP. Aus Sicht der Liberalen hat Rydzewski “damit geltendes Recht gebeugt”. FDP-Kreisvorsitzender Karsten Schalla forderte ihn auf, sein Amt niederzulegen.

Matschie bedauert den Austritt des Landrates außerordentlich. Er verwies darauf, dass es sich ausschließlich um eine lokale Angelegenheit handelt. Der Landesparteitag, der heute in Bad Blankenburg beginnt, werde davon nicht beeinflusst. Er rief in diesem Zusammenhang die SPD zu Geschlossenheit und fairem Umgang miteinander auf. Der Altenburger Landrat ist nicht Mitglied des Landesvorstandes, der auf dem Parteitag neu gewählt wird. Er gehörte auch nicht zu den SPD-Mitgliedern, die sich zu Wahl stellen wollen.

Rydzewski war 2004 vor den Landtagswahlen im Schattenkabinett Matschies und wurde als Innenminister gehandelt.