23.02.2007 | OTZ

Göllnitz will eigenständig bleiben

Stolz auf das bislang Erreichte – Anspruchsvolle Vorhaben auch in diesem Jahr

Von OTZ-Redakteur Bernd Kemter

Göllnitz. Göllnitz will eigenständig bleiben, sich freiwillig nicht mit anderen Gemeinden zusammenschließen. Dafür votierten die sechs anwesenden Gemeinderäte (sieben sind es insgesamt) einmütig – und ernteten Beifall von den reichlich dreißig Bürgern, die der Ratssitzung am Mittwochabend im Bürgerhaus beiwohnten.

Dieser Schulterschluss kommt nicht von ungefähr, schließlich hat sich das 400-Seelen-Dorf in all den Wirren nach der Wende recht gut behauptet, ein eigenes Gewerbegebiet erschlossen, Straßen gebaut, Wassserversorgung und Abwasserentsorgung liegen in eigener Hand. Bürgerhaus, Begegnungsstätte und Sauna leistet sich Göllnitz gewissermaßen als “Luxus”, hieß es in der Runde. Im vergangenen Jahr wurden im Ortsteil Zschöpperitz Straßenbau und Beleuchtung fertiggestellt (OTZ berichtete), dies waren die Bergstraße, Gartenstraße, Jordantal. Damit ist Zschöpperitz komplett fertig, führte hierzu Bürgermeister Hans-Jürgen Heitsch (FDP) aus. Auch der 1. Bauabschnitt für Straßenbau und Beleuchtung in Göllnitz wurde realisiert, dies betrafen den Wiesengrund, Zum Teich und den Agricolaplatz. Etwa 750 000 Euro wurden dafür investiert. Auch Vorhaben im ländlichen Wegebau wurden verwirklicht: die Wege Kertschütz – Meucha, nach Drogen bis Kreisstraße “Eiche” . Hier muss noch Deckmaterial eingearbeitet werden. Der gesamte Straßenbau wurde mit einem Kostenaufwand von ca. 1,15 Millionen Euro verwirklicht. Straßenbegleitend wurden in Zschöpperitz und Göllnitz Wasserschieber erneuert. Das Bürgerhaus als geselliges Zentrum erhielt neue Türen und Fenster. Begegnungsstätte und Sauna waren ganzjährig geöffnet.

Verwaltungs- und Vermögenshaushalt 2007 sind ausgeglichen. “Die Ausgaben sind an der unteren Grenze geplant, wir müssen sehr sparsam sein, um alle Maßnahmen realisieren zu können”, führte Heitsch aus.

Wenn Fördermittel fließen kann mit der Schmutzwasser-Überlandleitung Kertschütz in diesem Jahr ans Klärwerk angeschlossen werden.

Die einstimmig beschlossene, an die Thüringer Mustersatzung angelehnte Straßenausbaubeitragssatzung erregte in der Fragestunde die Gemüter. Die Beitragsschuld ergebe sich mit Fertigstellung. Die Rücklagen der Gemeinde sind jedoch aufgebraucht, machte Heitsch geltend. “Wenn weiter investiert werden soll, müssen Beiträge gezogen werden.” Bisher wurde noch kein Gebrauch von der Erhebung von Vorauszahlungen gemacht. Der Beitragssatz für Anliegerstraßen wird nicht – wie möglich – mit 65 oder 75 Prozent festgelegt, er liegt in Göllnitz bei 70 Prozent. “Sollte es Härtefälle geben, sprechen Sie mit mir”, so der Bürgermeister.

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Klares Wort

Von Bernd Kemter

Seit 1994 habe die Gemeinde preiswerte Gebühren bei Wasser und Abwasser genossen, so der Göllnitzer Bürgermeister Hans-Jürgen Heitsch. Damit liege man im Vergleich zu umliegenden Versorgern, etwa ZAL, um die Hälfte billiger. Somit hätte die Gemeinde schon damals eine richtige Sparkasse aufmachen können. Das Geld bleibe hier.

“Wir sind Herr im eigenen Haus”, stellte Heitsch kategorisch fest. Die Gemeinde setze erfolgreich Fördermittel ein, um etwas für die Bürger zu tun. “Daher sind wir im Gemeinderat der Auffassung, uns mit niemandem zusammenzuschließen.” Jedenfalls freiwillig nicht. Wenn die Gebietsreform kommt, “dann streiten sich Altenburg, Schmölln und Meuselwitz um uns”. Dies sagt immerhin der amtierende Chef der Verwaltungsgemeinschaft “Altenburger Land”. Zumindest Dobitschen und Lumpzig, sicher auch andere Mitgliedsgemeinden verweigern sich einer Zusammenlegung. Damit dürfte die VG keine Perspektive haben. Es sei denn vielleicht als Einheitsgemeinde – durch ein Machtwort des Landes.