21.03.2007 | OTZ

Löbichaus Heim soll saniert werden

Erhalt der Einrichtung ist beabsichtigt – Bis September wird hierzu ein Konzept erarbeitet

Von OTZ-Redakteur Bernd Kemter

Löbichau. Das Alten- und Pflegeheim in Löbichau soll erhalten bleiben. Darin besteht die Absicht sowohl des Landkreises Altenburger Land als auch der Schmöllner Heimbetriebsgesellschaft gGmbH. Daher wird mit beiden Gremien bis September ein konkretes Konzept erarbeitet, in dem es um die Zukunft dieser Einrichtung geht, informierte Vizelandrätin Christine Gräfe (CDU) auf OTZ-Anfrage.

Um das Heim erhalten zu können, muss es dringend saniert werden. Dies könnte bereits im nächsten Jahr geschehen, alles hänge aber davon ab, wie umfangreich die Kosten einer Sanierung sind. Aber mit dieser Baumaßnahme hätte das Gebäude auch als kulturhistorisches Denkmal eine sichere Perspektive. Ein Neubau wird daher ausgeschlossen.

Eine solche Variante hatte allerdings die Gemeinde Löbichau einstmals favorisiert. Eine Dokumentation der GSL Gesellschaft für Stadt- und Landentwicklung liegt dazu noch heute in der Gemeindeverwaltung vor; diese Unterlagen sind für ihre Gattung schon recht ehrwürdigen Alters, stammen sie doch noch aus dem Jahre 1998. Der Standort für einen Neubau ist darin genannt: auf dem jetzt freien Areal der ehemaligen Schlossgärtnerei. Was allerdings aktuell geblieben ist, ist die Schilderung der Situation des Heimes. Die Bedingungen müssen dringend verbessert werden. Mit Blick auf die Heimmindestbauverordnung berechnete die GSL nach damaligen Preisen einen Kostenaufwand von 30 Millionen DM. Dabei wurden die denkmalpflegerischen Aspekte nur teils berücksichtigt. Im Widerspruch zu jetzigen Absichten der beiden zuständigen Gremien, vertraten die Analysten die Ansicht, ein Um- und Ausbau des Schlosses sei genau aus diesen Kostengründen “wirtschaftlich nicht sinnvoll und denkmalpflegerisch problematisch”. Dagegen würden sich die Kosten eines Neubaus mit 120 Heimplätzen auf dem Areal der ehemaligen Schlossgärtnerei auf rund 18 Millionen DM belaufen. Die Studie empfiehlt eine Nachnutzung des Schlosses für altersgerechtes Wohnen, eingeschlossen Kurzzeitpflegeplätze. Weiterhin könnten im Schloss Technik-, Lager-, Verwaltungs- und Gemeinschaftsräume, die unbedingt erforderlich sind, “eingeordnet werden”. Für die Finanzierung der Umbauten sieht die Dokumentation entsprechende Möglichkeiten im Hinblick auf Fördermittel sowohl für das betreute Wohnen als auch aus dem Denkmalschutz.

Inwieweit diese Dinge heute noch im nötigen Umfang möglich sind, muss dahin gestellt bleiben. Auf jeden Fall ist der Kostenrahmen für eine Sanierung des Schlosses enorm, und sollten nicht ausreichend Mittel bereitgestellt werden können, steht zu befürchten, dass die Bauarbeiten auf die lange Bank geschoben werden.

Mit dem weiteren Schicksal des Heimes hat Löbichaus Bürgermeister Rolf Hermann (FDP) an sich nichts zu tun; die Gemeinde ist weder Alleineigentümer noch Mitgesellschafter. Aber den Bürgermeister wurmt es schon, dass über Jahre hinweg dort kaum etwas getan wurde. Während sich das eigene, mit umfänglichen Gemeindegeldern hergerichtete Areal des Musenhofes recht attraktiv präsentiert, führt der andere Teil ein überaus kümmerliches Dasein. “Noch nicht einmal der Weg ist befestigt, das gibt es heute sonst nirgendwo mehr”, zeigt Hermann auf die feuchte Trasse, die sich neben dem schmucken Granitpflaster entlang zieht.

Sicher wäre ihm ein Neubau lieber. Aber ganz sicher wäre für das in den vergangenen Jahren schöner gewordene Antlitz der Gemeinde viel gewonnen, wenn zumindest die Sanierung des Schlosses, Sitz des Heimes, endlich sichtbare Fortschritte zeitigen würde.