07.08.2007 | OVZ

73 mögliche Nachfolger

Kreistag darf diesmal über Krankenhauschef entscheiden

Altenburg. 73 Bewerbungen um die Nachfolge von Peter Jansen als Geschäftsführer des Krankenhauses gingen zum Stichtag 31. Juli im Landratsamt ein. Darüber informierte die Behörde gestern auf OVZ-Anfrage. In der Ausschreibung waren unter anderem eine angemessene akademischer Qualifikation sowie umfangreiche Berufs- und Führungserfahrungen verlangt worden.

Der Kreistag hatte Landrat Sieghardt Rydzewski (parteilos) im April ermächtigt, die Stelle auszuschreiben, da der langjährige Geschäftsführer im März nächsten Jahres das Rentenalter erreicht und inzwischen allgemein davon ausgegangen wird, dass es zu keiner Vertragsverlängerung kommen wird. Das Verhältnis zwischen Rydzewski und Jansen gilt als zerrüttet.

Aus den Bewerbungen wird nun eine Vorauswahl getroffen, bestätigte das Landratsamt. Ein Gremium, bestehend aus den vier Fraktionsvorsitzenden des Kreistages, dem Aufsichtsratsvorsitzenden, Dr. Bernhard Blüher, den beiden Geschäftsführern, Peter Jansen und Gundula Werner, sowie dem Landrat werde die Bewerbungen sichten und bis Anfang September eine Auswahl der Kandidaten treffen, die zu Bewerbungsgesprächen eingeladen werden. Nach Abschluss der Bewerbungsgespräche werde das Gremium dem Landrat einen Bewerber zur Bestellung empfehlen. Denn das Vorschlagsrecht liegt allein bei Rydzewski. Es werde davon ausgegangen, dass er den Mitgliedern des Kreistages im Oktober einen Vorschlag unterbreite, informierte das Landratsamt weiter. Sobald dieser Vorschlag mehrheitlich vom Kreistag bestätigt ist, werde der Landrat in seiner Eigenschaft als Gesellschaftervertreter die Bestellung des neuen Geschäftsführers vornehmen.

Vor einem Dreivierteljahr war das Verfahren bei der überraschenden Bestellung der früheren Schmöllner Krankenhauschefin Gundula Werner noch ganz anders gelaufen. Rydzewski hatte Werner zur gleichberechtigten Geschäftsführerin neben Jansen gemacht, ohne zuvor die Stelle auszuschreiben und den Kreistag an der wichtigen Personalie zu beteiligen. Die FDP hatte deshalb eine Dienstaufsichtsbeschwerde gegen Rydzewski erstattet. Das Landesverwaltungsamt rügte in der Folge Rydzewskis Vorgehen, der Kreistag hat inzwischen entsprechende Satzungsänderungen vorgenommen. Nach diesen Regeln erfolgt nun die Neubesetzung der Jansen-Stelle.

Günter Neumann