26.09.2007 | OVZ

Drogen-Affäre

FDP-Chef lässt sein Amt ruhen

Altenburg (G.N.). Die Drogenmissbrauchs-Vorwürfe gegen den FDP-Kreisvorsitzenden und Wirtschaftsförderer der Stadt Altenburg, Daniel Scheidel, (OVZ berichtete) haben zu ersten Konsequenzen geführt.

Auf einer außerordentlichen Kreisvorstandssitzung habe Scheidel am Montagabend die Führung des FDP-Kreisverbandes bis auf Weiteres an seinen Stellvertreter Peter Bugar übergeben, teilte der Vorstand gestern in einer Presseerklärung mit. “Bis zur Klärung der gegen mich erhobenen Vorwürfe werde ich mein Amt selbstverständlich ruhen lassen”, erklärte Scheidel. “Die FDP im Altenburger Land hat in den letzten Jahren eine sehr gute und erfolgreiche Politik gemacht. Dies soll auch weiterhin im Fokus der öffentlichen Wahrnehmung stehen.”

Mit Bugar übernehme ein kommunalpolitisch erfahrenes Mitglied der FDP-Kreistagsfraktion die kommissarische Leitung des Kreisverbandes. Bugar hatte bis zu seinem Ausscheiden aus gesundheitlichen Gründen die Verwaltungsgemeinschaft Altenburger Land viele Jahre erfolgreich geführt. Er genieße sowohl innerhalb der Liberalen als auch bei den übrigen Parteien im Landkreis ein hohes Ansehen, heißt es in der Pressemitteilung.

Vergangene Woche war bekannt geworden, dass die Staatsanwaltschaft Gera bereits seit Juli gegen Scheidel wegen des Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz ermittelt. Auslöser war nach Angaben des Politikers ein an ihn adressierter Luftpost-Brief aus Lima mit 15 Gramm Kokain. Er kenne den Absender nicht, und offenbar gebe es ihn auch nicht, hatte Scheidel erklärt. Gleichzeitig räumte er ein, dass bei einer Wohnungsdurchsuchung einige Gramm Cannabis gefunden wurden.