15.10.2007 | OVZ

Buga nimmt Abschied von Thüringen

Gera / Löbichau (J.H./dpa/ddp/S.R.). Mit einem Abschlussgottesdienst, einem Showprogramm und einem Höhenfeuerwerk hat die Bundesgartenschau 2007 in Gera und Ronneburg gestern nach 171 Tagen Abschied von Thüringen gefeiert. Bei herrlichem Herbstwetter bummelten nochmals tausende Schaulustige über die beiden Ausstellungsgelände. Symbolisch wurde der Staffelstab an Schwerin übergeben. Die Landeshauptstadt von Mecklenburg-Vorpommern ist 2009 die nächste Buga-Gastgeberin.

Nach Angaben der Veranstalter wurden seit Beginn der Schau, die zum ersten Mal in der 56-jährigen Geschichte der Gärtner-Olympiade an zwei Standorten stattfand, 1,48 Millionen Besucher gezählt. Angepeilt waren 1,5 Millionen. Die Zahl der tatsächlich verkauften Tickets dürfte jedoch deutlich darunter liegen, da Besitzer von Dauer- und Zweitageskarten mehrfach in der Statistik landeten. Das nährt Befürchtungen, dass die Blumenschau wie viele ihrer Vorgängerinnen mit roten Zahlen abschließt. Um eine “schwarze Null” zu schreiben, hätten 18 Millionen Euro Eintrittsgelder eingenommen werden müssen. Das genaue Betriebsergebnis wird nicht vor Jahresende vorliegen.

Für die diesjährige Buga wurden 146 Millionen Euro investiert. Allein der Freistaat Thüringen gab 86 Millionen Euro aus der Landeskasse – mehr als je ein Bundesland zuvor. Der Abschluss des offiziellen Buga-Begleitprojektes “Resurrektion Aurora – Wiederbelebung eines Areals” wurde am Freitagabend im Löbichauer Gemeindesaal gefeiert. Insgesamt kamen während der Buga 12 000 Besucher, um das interessante Projekt im Altenburger Land zu sehen. “Wir alle können stolz auf das sein, was hier in den vergangenen 169 Tagen geleistet wurde”, zog Löbichaus Bürgermeister Rolf Hermann (FDP) ein positives Fazit. Die Greizer Landrätin und Buga-Aufsichtsratsvorsitzende Martina Schweinsburg (CDU) würdigte ebenfalls die erbrachten Leistungen und betonte, dass die Löbichauer die meisten Besucher unter allen Buga-Begleitprojekten gehabt hätten. Die Touristen konnten seit April unter anderem die Halde Beerwalde und den Skulpturenpark besichtigen.

Abschied ohne Wehmut

12 000 besuchen “Resurrektion Aurora”

Löbichau. “Wir alle können stolz auf das sein, was hier in den vergangenen 169 Tagen geleistet wurde.” Dieses positive Fazit zog Löbichaus Bürgermeister Rolf Hermann (FDP) am Freitagabend auf einer Feier anlässlich des offiziellen Abschlusses des Buga-Begleitprojektes “Resurrektion Aurora – Wiederbelebung eines Areals.” Der Abschied sei einer ohne Wehmut, weil das hier Geschaffene bleibe und für sich spreche, betonte er.

Die Greizer Landrätin und Buga-Aufsichtsratsvorsitzende Martina Schweinsburg (CDU) würdigte die erbrachten Leistungen und betonte, dass die Löbichauer mit 12 000 Menschen die meisten Besucher unter allen Buga-Begleitprojekten gehabt hätten. Schweinsburg erinnerte auch daran, dass es vor Beginn der Bundesgartenschau sogar einige Menschen gab, die mit Blick auf die Wismut-Altlasten Bedenken hatten, die Buga überhaupt zu besuchen. Davon spreche heute niemand mehr.

Die Touristen, die aus angrenzenden Landkreisen, aber auch von viel weiter her kamen, besichtigten seit April unter anderem die Halde Beerwalde, die sogenannten respektierten Areale, den Förderturm, den Skulpturenpark sowie Red- und Blackbox. Viele Besucher hatten dabei ihre ganz eigene Vorstellung, was sie in Löbichau und Beerwalde erleben wollten. Manche kamen sogar mit einem Fernglas, um die Aussicht auf der Halde zu genießen. Besonders hoch in der Gunst angesiedelt war die Blackbox, wo man den Interview-Film über die Wismut-Kumpel ansehen konnte. Gut besucht war auch die Ausstellung “Menschliche Dimensionen en detail” im Gemeindezentrum mit Plastiken, Grafiken und Malerei der Künstler, die die Skulpturen unter dem Förderturm gestaltet haben.

Die Halde Beerwalde werde in den kommenden Jahren immer wieder ergrünen, versprach während der Festsitzung Birgit Seiler vom Landratsamt Altenburger Land. Sie würdigte vor allem das Engagement des Löbichauer Bürgermeisters, “dessen Tag wohl 25 Stunden hatte, weil er auch noch die Mittagspause durchgearbeitet hat”. Aber auch der Gemeinderat und die vielen ehrenamtlichen Helfer hätten, so Seiler, das ihrige getan, um die Resurrektion Aurora in Löbichau und Beerwalde zu einer Erfolgsgeschichte zu machen.

Der mit dem Projekt vollzogene hervorragende Anfang müsse jetzt fortgesetzt werden, betonte Klaus Hinke vom Traditionsverein der Wismut. Alle Beteiligten seien aufgefordert, ihr Möglichstes zu tun, die Wiederbelebung dieses Areals nicht auf die Zeit der Bundesgartenschau zu begrenzen. Er hoffe, meinte Hinke, dass das Engagement der vergangenen Monate seit April nicht einschlafe.

Nach der Festsitzung feierten die Löbichauer am Gemeindezentrum einen fröhlichen Buga-Abschied, der bis nach Mitternacht andauerte und sicher den Einwohnern und ihren Gästen noch lange im Gedächtnis haften bleiben wird.

Jürgen Hofmann

Standpunkt

Chance genutzt

VON JÜRGEN HOFMANN

Die Region Löbichau/Beerwalde und damit natürlich auch das gesamte Altenburger Land hat von der gestern zu Ende gegangenen Bundesgartenschau nur profitiert. Aus ganz Deutschland kamen Besucher, um sich von der Wiederbelebung einer einst trostlosen Bergbau-Landschaft zu überzeugen. Kein noch so gut ausgetüfteltes Marketingkonzept hätte in so kurzer Zeit so viel Interesse wecken können.

Die Resurrektion Aurora stand und steht für die Wiederbelebung eines Areals in der einst vom Uranerz-Bergbau der Wismut geprägten und inzwischen weitgehend sanierten Landschaft. Da wurde die Abraumhalde Beerwalde mit Sträuchern und Bäumen so bepflanzt, dass sie einem Regenbogen gleicht. Rund um den einzigen noch erhaltenen Förderturm entstand ein Skulpturen-Park unter freiem Himmel, und in einer Red- und einer Black-Box gab es und soll es auch weiter Lesungen, Filme und Interviews, unter anderem über die Schicksale der Wismut-Kumpel, geben.

Dank der engagierten Arbeit vieler wurde die einmalige Chance, mit der Bundesgartenschau bekannt zu werden, sehr gut genutzt.