24.10.2007 | OVZ

Hoher Betreuungsgrad in Kitas

Geld für Ausbau von Krippenplätzen im Altenburger Land fließt erst 2008

Altenburg. Im Landkreis gibt es derzeit 56 Kindertagesstätten, die sich in unterschiedlicher Trägerschaft befinden. In diesen Einrichtungen standen zum 1. September 3619 Plätze zur Verfügung. Für Kinder unter zwei Jahren werden 392 Plätze vorgehalten. Vom Neugeborenen- bis zum Schuleintrittsalter leben derzeit 3954 Kinder im Altenburger Land. Mit diesen Kerndaten des fortgeschriebenen Bedarfsplanes für die Kindertagesbetreuung machte Andrea Hennig vom Fachdienst wirtschaftliche Jugendhilfe und Planung dieser Tage die Mitglieder des Jugendhilfeausschusses des Kreistages vertraut.

“3105 Mädchen und Jungen besuchen eine Kindereinrichtung. Davon haben 2748 Kinder einen Rechtsanspruch auf Betreuung in der Kita”, nennt sie weitere Zahlen. Ausgehend davon wird deutlich, dass im Altenburger Land 94 Prozent aller Kinder von zwei Jahren bis zum Schuleintritt eine Kindereinrichtung besuchen. Außerdem werden 1206 Knirpse betreut, die jünger als zwei Jahre sind – das entspricht fast einem Viertel dieser Altersgruppe. Für die Tagespflege von Kindern gibt es im Landkreis inzwischen neun Tagesmütter. Von den dort vorhandenen 28 Plätzen sind laut Andrea Hennig zurzeit nur 13 belegt.

In vier Kindertagesstätten der Region werden derzeit 65 Plätze für behinderte Kinder vorgehalten. Drei dieser Einrichtungen befinden sich in Altenburg, eine in Schmölln. In den Kindertagesstätten des Landkreises werden außerdem 57 ausländische Mädchen und Jungen betreut. Im nächsten Jahr, so kündigte Andrea Hennig an, könnte es einen größeren Bedarf an Plätzen für Einjährige geben. Denn das in diesem Jahr erstmals gezahlte Elterngeld läuft bei den ersten Muttis dann bereits wieder aus. Für eine weitere Verbesserung der Betreuung der jüngsten Bewohner des Altenburger Landes seien in diesem Jahr mehrere Investitionen getätigt worden, informierte die Fachdienstleiterin. So habe das Kreiskrankenhaus einen eigenen Betriebskindergarten eingerichtet, die Arbeiterwohlfahrt habe in Altenburg-Nord eine neue Kita geschaffen, und auch in Lehndorf wurde der Kindergarten komplett umgebaut.

Weiterhin informierte Andrea Hennig den Ausschuss darüber, dass das Land Thüringen derzeit darüber entscheide, wie im Freistaat der von der Bundesregierung beschlossene Ausbau der Krippenplätze umgesetzt werden soll. Der Betreuungsgrad für die bis zu Zweijährigen soll nach den Plänen des Bundes auf über 30 Prozent angehoben werden. Mit einem derzeitigen Betreuungsgrad von 23 Prozent in dieser Altersgruppe ist der Landkreis schon jetzt gut aufgestellt, machte sie deutlich. “Da die entsprechenden Gelder jedoch erst 2008 fließen, sind die Träger der Einrichtungen, die Investitionen für den Ausbau der Betreuung der Kleinsten geplant haben, gut beraten, sich noch etwas zu gedulden”, betonte Hennig. Zu rechnen sei mit Zuschüssen für Neubauten, Sanierung oder Renovierung.

Als es dann um die von der Verwaltung erwünschte Zustimmung der Ausschussmitglieder zum Kitaplan ging, meldete Karsten Schalla, Fraktionschef der FDP im Kreistag, als einziger Bedenken an. “Damit greifen wir in die Kompetenzen der Träger der Einrichtungen ein”, erklärte er. Außerdem sehe er darin einen Widerspruch zur kommunalen Selbstverwaltung. Die anderen Ausschussmitglieder sahen dies nicht so und bestätigten den Plan.

Marlies Neumann