13.10.2016 | OVZ

FDP-Stadtrat: Landkreis muss erhalten bleiben

Altenburg. Wie am Dienstag bekannt wurde, sollen die Kreise Altenburger Land und Greiz sowie die Stadt Gera nach den Vorstellungen des Thüringer Innenministers Holger Poppenhäger (SPD) im Zuge der Kreisgebietsreform zu einem Landkreis verschmolzen werden.

Für den liberalen Stadtrat Detlef Zschiegner scheint Poppenhäger nicht verstanden zu haben, dass, wenn man drei Kranke zusammen in ein Bett legt, noch lange kein Gesunder herauskommt. „Aus drei schwachen Strukturen kann nicht über Nacht beziehungsweise per Gesetz eine leistungsstarke entstehen“, so Zschiegner gegenüber der Presse. „Schon gar nicht, wenn zu befürchten steht, dass einer der drei Kranken, nämlich die Stadt Gera, sämtliche Ressourcen der beiden Landkreise aufbrauchen wird, um nicht zu kollabieren.“

Aus Sicht des FDP-Stadtrates im Altenburger Rathaus ist der gesamte Landkreis parteiübergreifend gefordert, konsequent um den Erhalt des Landkreises in seiner jetzigen Form zu kämpfen. „Die Kreisgebietsreformen in Sachsen und Sachsen-Anhalt haben gezeigt“, so Zschiegner, „dass nichts, aber auch gar nichts einspart wird, sich die Aufwendungen und Wege für die Bürgerinnen und Bürger jedoch deutlich erhöhen. Andere Bundesländer würden gerne wieder zurück zu ihren alten, bürgernahen Strukturen – warum kann und will die rot-rot-grüne Landesregierung in Erfurt nicht aus den Erfahrungen anderer Bundesländer lernen?“

In diesem Zusammenhang wirft der Freie Demokrat die Frage auf, was im Falle einer Fusion aus den Vermögenswerten des Altenburger Landes, wie zum Beispiel dem Lindenau-Museum oder dem Klinikum, wird. „Es wird gemunkelt, dass sie im Zuge der Kreisgebietsreform auf dem Altar der Sanierung von Gera geopfert werden sollen. Ich für meinen Teil werde in jedem Fall bis zuletzt dafür kämpfen, dass unser Tafelsilber nicht geopfert wird und der Landkreis Altenburger Land mit Altenburg als Kreisstadt auch über Amtszeit von Herrn Poppenhäger hinaus bestehen bleibt“, so Zschiegner abschließend.