17.12.2016 | OVZ

Gebietsreform: Altenburgs OB greift nach Umlandgemeinden

Michael Wolf nennt erstmals Wunschkandidaten – und sieht sich auf Landeslinie

VON THOMAS HAEGELER

Altenburg. Knaller im Altenburger Stadtrat: Oberbürgermeister Michael Wolf (SPD) hat erstmals seine konkreten Pläne zu Eingemeindungen im Rahmen der Gebietsreform verkündet. Wie er am Donnerstagabend auf Nachfrage von FDP-Stadtrat Detlef Zschiegner sagte, gehören Rositz, Monstab, Lödla und Göhren sowie Windischleuba, Treben, Fockendorf, Haselbach und Gerstenberg zu den Wunschkandidaten. Damit torpediert er den bereits beantragten Zusammenschluss der Verwaltungsgemeinschaften (VG) Rositz und Altenburger Land (die OVZ berichtete), weil er die vier erstgenannten Gemeinden dort herauslösen würde.

„Ich bin auf die benachbarten Kommunen zugegangen und wollte Gespräche führen“, sagte Wolf. „Die Mitgliedsgemeinden der VG Pleißenaue haben sich aber verweigert, weil sie gegen die Reform klagen werden.“ Mehr Glück hatte der OB in Rositz, Monstab, Lödla und Göhren. Allerdings habe man ihm da klar gemacht, dass man in erster Linie in den jetzigen Strukturen bleiben, als zweite Lösung mit der jeweils benachbarten VG eine Landgemeinde bilden und erst wenn das nicht gehe, über Altenburg nachdenken wolle. Dabei will Wolf auch angeboten haben, dass die Hochzeitsprämie von einer Million Euro nicht nur in die Skatstadt fließt.

„Gewerbetreibende in Lödla haben sich für Altenburg ausgesprochen und die VG Pleißenaue wird nur zu Altenburg kommen können“, sagte der Rathaus-Chef. „Altenburg kann auch die Probleme von Rositz besser lösen als Starkenberg.“ Grund für seine Zuversicht ist ein Gespräch mit Innenminister Holger Poppenhäger (SPD), was er am Montag in Erfurt geführt hat. Dabei habe sich der Minister mit seinen Zielen einverstanden gezeigt, weil sie auf Landeslinie liegen und „die Balance zwischen der Stärkung des zentralen Ortes und der ländlichen Struktur wahren“. Von Nobitz will Wolf hingegen erst mal die Finger lassen, „obwohl Burkersdorf und Gleina eigentlich nicht nach Nobitz wollten“.

Neben der Gebietsreform spielten auch noch eine Reihe anderer Themen im Stadtrat eine Rolle. So stellte sich die Arbeitsgemeinschaft aus Leipziger Verlags- und Druckereigesellschaft und Maxity Deutschland vor, die die touristische Vermarktung des Altenburger Landes übernommen hat. Zudem gab es Informationen zur Flüchtlingsproblematik, die Neuordnung der Straßenreinigung wurde verschoben und Bauvorhaben vorangetrieben.