14.05.2009 | OTZ

Auch für Löbichau hat diese Strasse Priorität

Bürgermeister Rolf Hermann teilt Wildenbörtens Ansicht – Anträge nochmals stellen

Löbichau (OTZ/B. Kemter). Auch für Löbichaus Bürgermeister Rolf Hermann (FDP) hat die Verbindung Großstechau nach Wildenbörten hohe Priorität.

Nur – so hat es den Anschein – hegt er ein klein wenig mehr Hoffnung als sein Wildenbörtener Amtskollege, was die Fördermittel betrifft. “Wir sollten den Antrag als Gesamtmaßnahme nochmals stellen”, so seine Auffassung. Dann solle man abwarten. Es wäre momentan verfrüht zu sagen, wir machen das in Eigenleistung. Auch wisse man nicht, über welche Mittel die Gemeinden künftig noch verfügen werden und welche Investionen in den nächsten Jahren anfallen. Die Steuereinnahmen in Deutschland werden sinken. Hermann rechnet mit etwa einer halben Million Euro für die gesamte Maßnahme. Es sei schwierig, diesen hohen Betrag aufzubringen. Auch sei an die Folgekosten zu denken. “Ich hoffe daher, dass das Straßenbauamt ein Einsehen hat.” Er rechnet damit, dass die Entscheidung frühestens im Spätherbst fallen wird. Fließen keine Fördermittel, sei haushaltsrechtlich gut zu prüfen, wie das Ganze zu schaffen geht. Die Ausbaubreite sei sicherlich das Problem. Er sprach sich auch für eine Verkehrszählung aus.

Der Löbichauer Gemeinderat werde beraten, er sei über Wildenbörtens Überlegungen informiert, so Hermann. Und bekräftigte nochmals, dass die Straße erhalten bleiben muss. Sie sei auch eine gute alternative Verbindung gen Altenburg.

Kommentar

Chancen ausloten

Von Bernd Kemter

Vermutlich sollen wohl zunächst Bundes- und Landesstraßen in Ordnung gebracht und dann via Kreis und Gemeinden abgestoßen, will heißen: abgestuft werden. Diese Entwicklung läuft freilich nicht erst seit heute.
Sie schließt gleichermaßen ein, dass Straßenbauvorhaben von überwiegend örtlicher Bedeutung ziemlich weit hinten platziert sind. Somit ist es nicht verwunderlich, wenn Gemeinden wie Wildenbörten und Löbichau über eigene Möglichkeiten nachdenken. Andererseits sollten beide Gemeinderäte und ihre Bürgermeister die wirklich letzten Chancen ausloten, um an Fördermittel heranzukommen. Kein Problem, denn noch in diesem Jahr ist ein Startschuss für den Straßenausbau gewiss nicht zu erwarten. Gibt es keine Fördermittel, so ist es an den neuen Gemeinderäten, darüber zu befinden, ob die Maßnahme aus eigener Kraft zu schaffen ist.

Hinsichtlich der “kleinen Straßen” über die Dörfer sollte man sich im Übrigen keinen Täuschungen hingeben. Beispiel: Hartha – Untschen. Man hat dort tagsüber immer Gegenverkehr. Die Querspange zwischen Eisenberger Straße und B 7 ist für die Erreichbarkeit von Altenburg und Schmölln mal aus dieser, mal aus jener Richtung recht attraktiv, wie auch die Route über Altkirchen.