22.03.2017 | OVZ

Bürgeraufruf kontra Gebietsreform nimmt Fahrt auf

Aufstand in den Dörfern: Chefs der Verwaltungsgemeinschaften mobilisieren seit Montag in Firmen, Behörden und Kitas

Rositz. Der Bürgeraufrufs gegen die Gebietsreform, angeschoben vom Verein Selbstverwaltung für Thüringen, kommt vom Start weg rasch in Bewegung. In Anja Dalleks Büro herrschte am Montagvormittag ein reges Kommen und Gehen: Die Chefs anderer Verwaltungsgemeinschaften, die Unterschriften für den Thüringer Bürgeraufruf gegen die Gebietsreform sammeln wollen, holten sich bei ihrer Rositzer Amtskollegin die druckfrischen Signaturlisten ab. Anja Dallek ist gleichzeitig für den gesamten Landkreis die verantwortliche Ansprechpartnerin in Sachen Bürgerbegehren. „Seit dieser Woche liegen bei uns in der VG die ersten Listen aus. Ab Donnerstag können interessierte Bürger zudem auf sämtlichen Gemeindeämtern ihre Unterschrift abgeben“, informierte Dallek. Ab kommende Woche sollen auch alle Kindertagesstätten der VG Rositz mit Listen bestückt sein. „Darüber hinaus werden wir umgehend mit Gewerbetreibenden sprechen, ob sie ebenfalls Listen auslegen möchten. Das dürfte bis zur nächsten Woche passiert sein.“

In der Verwaltungsgemeinschaft Pleißenaue können Gleichgesinnte seit gestern unterschreiben – im Sitz der VG im Rittergut Treben. „Zudem werde ich Mittwoch alle Gemeindechefs zur Bürgermeisterberatung zusammentrommeln, um die Listen weiter auszugeben. Die Listen dürften dann spätestens am Donnerstag in allen Amtsstuben ausliegen“, prognostiziert VG-Chef Uwe Melzer. „Außerdem haben wir alle Orte im Auge, wo Publikumsverkehr herrscht. Kindergärten und Vereine sind unsere erste Wahl.“

Gleiches gilt für Starkenberg und Göhren, die sich, wie die gesamte Verwaltungsgemeinschaft Altenburger Land, gegen die Gebietsreform wehren will. „Ich habe insgesamt 1000 Unterschriftenlisten in Rositz abgeholt“, so Stefanie Kranz. Signaturen sollen ab sofort auf den Gemeindeämtern und schnellstmöglich auch in den Kitas sowie bei der Feuerwehr eingeholt werden. „In unserer VG-Verwaltung in Mehna natürlich auch, ebenso online“, wirbt VG-Chefin Kranz. Ebenso trete man in den nächsten Tagen an Geschäftsleute heran, die über einen gewissen Publikumsverkehr verfügen. „Aber wir haben jetzt ja vier Wochen Zeit, um auf die notwendige Unterschriftenzahl zu kommen.“

Selbst in Altenburg liegen in einem Laden Listen aus: Im Haushaltwaren-Fachgeschäft Zschiegner in der Baderei 5 können ab sofort Unterschiften geleistet werden. Damit der Bürgeraufruf Erfolg hat und wie ein Volksbegehren behandelt werden kann, müssen zehn Prozent aller wahlberechtigten Bürger des Freistaats, also rund 200 000 Personen, ihre Unterschrift leisten.

jw