24.03.2017 | ABG-Net

Altenburg als Kreissitz des neuen Osterlandkreises

Öffentlicher Aufruf an den Thüringer Landtag und die Thüringer Landesregierung

Der Osterlandkreis wird sich nach derzeitigen Planungen aus den derzeitigen Landkreisen Altenburger Land, Greiz und der Stadt Gera zusammensetzen.

Wir, die Unterzeichner, plädieren an den Thüringer Landtag und an die Landesregierung, im Rahmen der geplanten Gebietsreform die Stadt Altenburg als Kreissitz des neuen Osterlandkreises zu wählen.

Die geplante Gebietsreform bietet die Gelegenheit, neben der Schaffung von leistungs- und verwaltungsstarken Gebietskörperschaften zwischen größeren konkurrierenden Städten eine Angleichung von Entwicklungschancen zu ermöglichen.

Die Stadt Gera hat aufgrund ihrer Größe und Verkehrsanbindung jede Menge Chancen, leistungsstarke Unternehmen anzuziehen, wie die aktuelle Ansiedlung eines großen österreichischen Möbelhauses zeigt.

Die derzeitigen Kreissitze Altenburg und Greiz besitzen aufgrund ihrer ungünstigeren Verkehrsanbindung und ihrer Lage in der Nähe verschiedener Oberzentren geringere Entwicklungsperspektiven.

Ein probates Mittel, um dem entgegen zu wirken, liegt darin, den Kreissitz nicht auch noch in Gera, sondern in einer größeren Stadt im ländlichen Raum anzusiedeln.

Dafür gibt es ein Vorbild. Eines der Prinzipien der 1. Kreisgebietsreform in Mecklenburg-Vorpommern lautete mit gutem Grund: Die Kreissitze sollen grundsätzlich in Mittelzentren des ländlichen Raumes etabliert werden (Landtag Mecklenburg-Vorpommern, Drucksache 1/2681 am 6. Januar 1993, S. 1– 30).

Die durchweg qualifizierten Mitarbeiter der Kreisverwaltung sind regelmäßig geneigt, in der Nähe ihres Arbeitsplatzes eine Wohnung zu suchen und so zur wirtschaftlichen Entwicklung der ländlichen Region beizutragen.

Altenburg mit etwas mehr als 30.000 Einwohnern bietet sich als Kreissitz an. In Greiz mit etwa 20.000 Einwohnern können ebenso große Teile der künftigen Kreisverwaltung angesiedelt werden.

Wir erinnern daran, dass das Altenburger Land im aktuellen Focus Money Ranking den vorletzten Platz in der Bundesrepublik einnimmt.

Sowohl in Altenburg als auch in Greiz sind ohne zusätzlichen finanziellen Aufwand ausreichende Kapazitäten an Büroraum vorhanden, während in Gera ein Gebäude für die Kreisverwaltung erst neu zu schaffen wäre.

In Altenburg, Greiz und in Gera sind Bürgerbüros zu erhalten, an die die Bürger aus dem Umfeld sich wenden können, selbst wenn das zuständige Amt in einer anderen Stadt seinen Sitz hat.

Der Thüringer Landesregierung und dem Thüringer Landtag bietet sich die einmalige Gelegenheit, mit Altenburg als Kreissitz unter Beibehaltung wesentlicher Behördenstrukturen in Greiz eine Entscheidung für eine Gleichwertigkeit der Lebensverhältnisse in Ostthüringen zu treffen und einer ungesunden wirtschaftlichen Entwicklung durch eine Konzentration sämtlicher wirtschaftlicher Entwicklungschancen in der einzigen Großstadt im künftigen Osterlandkreis zu begegnen.

Sehr geehrter Herr Ministerpräsident, sehr geehrter Herr Innenminister, sehr geehrte Abgeordnete, nutzen Sie diese Chance!

Frank Rosenfeld
Michael Wolf
Michaele Sojka
Dirk Schwerd
Norman Müller
Ralf Plötner
Daniel Scheidel
Thomas Jäschke
Hendrik Läbe
Carsten Helbig
Thomas Eckardt

Kommentare:

Torsten Grieger | 24.03.2017 | 17:32

Die Freien Demokraten sprechen sich aus vielen guten Gründen gegen die geplante Gebietsreform aus und unterstützen deshalb den “Thüringer Bürgeraufruf” des Vereins “Selbstverwaltung für Thüringen e.V.”.

Gleichwohl können die Freien Demokraten nicht ausschließen, dass die rot-rot-grüne Landesregierung die von ihr geplante Gebietsreform auch ohne Rücksicht auf den bekundeten Willen der Bürgerinnen und Bürger im Freistaates umsetzen wird.

In diesem Fall würden die Landkreise Altenburger Land und Greiz sowie die Stadt Gera nach derzeitigem Planungsstand in einem neuen Landkreis, dem sogenannten Osterlandkreis, zusammengefasst.

Als Vorsitzender des FDP-Kreisverbandes Altenburger Land schließe ich mich der Forderung der Unterzeichner des oben stehenden Aufrufs an, dass die Stadt Altenburg in diesem Fall aus den im Aufruf angeführten Gründen Kreissitz des neuen Osterlandkreises werden soll.

Torsten Grieger | 24.03.2017