25.03.2017 | OVZ

Altenburg bewirbt sich offiziell um Sitz des neuen Kreises

SPD, Linke und FDP rufen Landtag und Landesregierung zu Chancengleichheit auf

Altenburg. Namhafte Politiker von SPD, Linken und FDP des Altenburger Landes haben sich in einem öffentlichen Aufruf an Landtag und Landesregierung dafür ausgesprochen, dass Altenburg zukünftiger Kreissitz des neuen Osterlandkreises wird. Dieser wird sich nach derzeitigen Planungen aus dem Altenburger Land, Greiz und der Stadt Gera zusammensetzen.

Die Kreissitze Altenburg und Greiz besitzen aufgrund ihrer ungünstigeren Verkehrsanbindung und ihrer Lage in der Nähe verschiedener Oberzentren geringere Entwicklungsperspektiven, heißt es im Aufruf, der unter anderem von Landrätin Michaele Sojka (Linke), Altenburgs Oberbürgermeister Michael Wolf und dem Nobitzer Bürgermeister Hendrik Läbe (beide SPD) unterzeichnet wurde. Sie erinnern daran, dass das Altenburger Land im aktuellen Focus Money Ranking den vorletzten Platz in der Bundesrepublik einnimmt. Gera dagegen habe aufgrund seiner Größe und Verkehrsanbindung jede Menge Chancen, leistungsstarke Unternehmen anzuziehen.

Ein Mittel, um die Chancen auszugleichen, sei, den Kreissitz nicht auch noch in Gera, sondern in einer größeren Stadt im ländlichen Raum anzusiedeln. Die Unterzeichner orientieren sich bei dieser Forderung an der Kreisgebietsreform in Mecklenburg-Vorpommern, wo die Kreissitze grundsätzlich in Mittelzentren des ländlichen Raumes etabliert wurden.

Altenburg mit etwas mehr als 30 000 Einwohnern biete sich dafür als Kreissitz an. In Greiz mit etwa 20 000 Einwohnern können ebenso große Teile der künftigen Kreisverwaltung angesiedelt werden. Sowohl in Altenburg als auch in Greiz seien ausreichende Kapazitäten an Büroraum vorhanden, während in Gera ein Gebäude für die Verwaltung erst neu zu schaffen wäre.

Landesregierung und Landtag böte sich mit dieser Entscheidung die einmalige Gelegenheit, für eine Gleichwertigkeit der Lebensverhältnisse in Ostthüringen zu sorgen und einer ungesunden wirtschaftlichen Entwicklung durch eine Konzentration sämtlicher wirtschaftlicher Entwicklungschancen in der einzigen Großstadt im künftigen Osterlandkreis entgegenzuwirken.

jr