26.03.2017 | FDP-Kreisvorsitzender Torsten Grieger

OVZ-Titel sorgt für Verwunderung bei der FDP

“Altenburg bewirbt sich offiziell um Sitz des neuen Kreises – SPD, Linke und FDP rufen Landtag und Landesregierung zu Chancengleichheit auf”, titelt die Osterländer Volkszeitung im Lokalteil ihrer Samstagsausgabe. Namhafte Politiker von SPD, Linken und FDP des Altenburger Landes hätten sich in einem öffentlichen Aufruf an Landtag und Landesregierung dafür ausgesprochen, dass Altenburg der zukünftige Kreissitz des neuen Osterlandkreises werden solle.

Wie der neugewählte FDP-Kreisvorsitzende Torsten Grieger gegenüber der Presse erklärt, habe er besagten Aufruf erstmalig am Freitag nachmittag im ABG-Net gelesen, unterzeichnet auch von seinem Vorgänger Daniel Scheidel. “Natürlich steht es jedem frei, diesen Aufruf zu unterschreiben”, so Grieger, “und beim reinen Wenn/Dann gehen wir durchaus mit. Also: wenn die Gebietsreform von der rot-rot-grünen Landesregierung tatsächlich wie von ihr geplant umgesetzt wird, dann sind auch die Freien Demokraten dafür, dass Altenburg seinen Status als Kreissitz behält. Nicht mitgehen können wir jedoch bei den Aussagen zur Gebietsreform als solcher. Wir halten sie, ebenso wie die CDU, schlichtweg für falsch und rufen die Bürgerinnen und Bürger deshalb dazu auf, den 'Thüringer Bürgeraufruf' des Vereins 'Selbstverwaltung für Thüringen' gegen die geplante Gebietsreform zu unterzeichnen.”

Von daher könne die FDP den Aufruf von SPD und Linken in seiner jetzigen Form inhaltlich leider nur bedingt mittragen und nicht um Unterzeichner werben, erklärt der neue FDP-Kreisvorsitzende und verweist auf seinen entsprechenden Kommentar zum Aufruf im ABG-Net. “Ich kann mich des Eindrucks nicht verwehren, dass SPD und Linke hier mehr oder minder geschickt versuchen, unter dem Deckmantel 'für Altenburg als Kreissitz' Unterschriften pro Gebietsreform zu sammeln – was den meisten Unterzeichnern vermutlich gar nicht bewußt wird”, stellt Grieger fest. Sollten die Verfasser bereit sein, die wertenden Aussagen zur Gebietsreform aus dem Aufruf zu streichen und sich auf die eigentliche Kernaussage zu beschränken, würden die Freien Demokraten und vermutlich auch die CDU den Aufruf für Altenburg als Kreisstadt aktiv unterstützen.