29.03.2017 | OVZ

FDP: Grieger trägt Kreissitz-Aufruf nur bedingt mit

Altenburg. Der neue FDP-Kreischef Torsten Grieger ist auf Distanz zur Forderung namhafter Politiker des Kreises gegangen, wonach Altenburg der Sitz des neuen Kreises nach einer Gebietsreform sein soll. Dieser war auch von dessen Vorgänger Daniel Scheidel unterzeichnet worden. „Natürlich steht es jedem frei, diesen Aufruf zu unterschreiben“, so Grieger. Und wenn die Gebietsreform tatsächlich umgesetzt wird, dann sind auch die Freien Demokraten dafür, dass Altenburg seinen Status als Kreissitz behält. „Nicht mitgehen können wir jedoch bei den Aussagen zur Gebietsreform als solcher. Wir halten sie, ebenso wie die CDU, schlichtweg für falsch.“

Von daher könne die FDP den Aufruf von SPD und Linken in seiner jetzigen Form inhaltlich leider nur bedingt mittragen. „Ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, dass SPD und Linke hier mehr oder minder geschickt versuchen, unter dem Deckmantel für Altenburg als Kreissitz Unterschriften pro Gebietsreform zu sammeln.“

Auch CDU-Kreischef Uwe Melzer hat Probleme mit dem Kreissitz-Aufruf. „Liest man sich den gesamten Aufruf durch, wird schnell deutlich, dass es sich hierbei um einen geschickten Schachzug der Befürworter der Gebietsreform handelt“, empört sich Melzer in einer gestern verbreiteten Pressemitteilung. „Damit können wir den Aufruf keinesfalls unterzeichnen.“ Aus Sicht der CDU ist der sicherste Weg, den Landkreis Altenburger Land und damit Altenburg als Kreissitz zu halten, die geplante Gebietsreform der rot-rot-grünen Landesregierung zu stoppen. Melzer empfiehlt deshalb die Unterschrift beim Thüringer Bürgeraufruf – zum Beispiel in der CDU-Geschäftsstelle am Weibermarkt.

jr/KW